© Paramount Pictures

Selma (hr fernsehen)

Dienstag, 14.06.2022

28.6., 00.15-02.10, hr fernsehen

Diskussion

Bilder eines zweifelnden Mannes stehen am Anfang. Martin Luther King (David Oyelowo), der Anführer der afro-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, zupft vor dem Spiegel nervös an seiner Krawatte. Diese kommt ihm ebenso falsch vor wie die Dankesrede, die er bei der Annahme des Friedensnobelpreises halten will; er fühlt sich in dieser Situation viel zu weit vom Ziel seines Kampfes entfernt.

Regisseurin Ava DuVernay unterstreicht das, indem sie von der optimistischen Verleihungsgala im Dezember 1964 auf die frappierende Realität der Rassentrennung in den US-amerikanischen Südstaaten überblendet. Damit trifft DuVernay gleich zu Beginn den richtigen Ton, um an den hohen Preis zu erinnern, den der Kampf um die Bürgerrechte der Schwarzen bereits gekostet hat.

Die Regisseurin beschränkt sich auf einen kurzen, für die Bürgerrechtsbewegung höchst bedeutsamen Zeitraum: die chronologisch erzählten Ereignisse von Januar bis März 1965, in denen Martin Luther King und seine Mitkämpfer von der Southern Christian Leadership Conference ihre Bemühungen auf die Kleinstadt Selma in Alabama konzentrieren.

Ein packendes Historiendrama, das die Bürgerrechtler als ausdifferenzierte Gruppe würdigt, insbesondere aber von der subtilen Interpretation des Hauptdarstellers getragen wird. - Sehenswert ab 14.

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