Engel unter Wasser

Samstag, 27.07.2019

Düsterer (Fernseh-)Krimi mit verschrobenen Figuren, der sich zum intensiven Familiendrama verdichtet

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Auf der Nordseeinsel Föhr verschwindet die kleine Anna Kampe. Als die Leiche des Mädchens am nächsten Tag im Bett des Dorftrottels Michael Brandstetter gefunden wird, scheint der Fall klar zu sein. Brandstetter wird vom Inselpolizisten inhaftiert. Trotzdem wollen sich die beiden Kommissare vom Festland ein eigenes Bild machen und befragen Annas Familie nach den Vorkommnissen der Nacht: die Eltern Sibylle und Werner Kampe, Annas kleine Schwester Laura, sowie Sibylles Vater Alfred Bordin. Dabei stoßen die Kommissare bald auf eine wachsende Zahl an Ungereimtheiten.

Zudem kommt auch Sibylles Schwester Judith Bordin (Anne Maria Mühe) auf die Insel und trifft sich mit ihrer leiblichen Tochter Laura, die sie Sibylle zur Pflege überlassen hat. Judith spürt, dass in ihrer Familie etwas nicht stimmt. Laura erzählt Judith, dass Anna immer „Medizin“ nehmen musste und zeigt dabei auf die Antidepressiva im Nachttisch von Sibylle. Judith weiß nicht, wie sie sich verhalten soll. Was ist mit der Loyalität gegenüber ihrer Schwester, die selbstlos für die Familie da ist und sich aufopfert, während sie selbst bei den erstbesten Problemen verschwindet?

Der Film von Michael Schneider ist als beklemmendes Kammerspiel angelegt, mit unbehaglichen Anspielungen und mysteriösen Hinweisen; so erscheint die tote Anna immer wieder ihren Angehörigen und hinterlässt nasse Spuren; auch Frauen, die ins Wasser gehen, tauchen unvermutet auf. Bildrätsel, die um das kreisen, was nicht in Worte gefasst werden kann. Ein düsterer (Fernseh-)Krimi mit verschrobenen Charakteren, der sich zu einem intensiven Familiendrama verdichtet.

Hier geht es zum Film in der 3sat Mediathek



Foto: ZDF/Andreas Zickgraf

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