Nelson Mandela (arte)

Mittwoch, 14.08.2019

25.8., ab 20.15, arte

Diskussion

Der südafrikanische Staatsmann Nelson Mandela (1918-2013), der 1990 nach 27 Jahren Gefängnishaft wegen seines Kampfes gegen die rassistische Apartheid-Gesellschaft in seiner Heimat freikam und von 1994 bis 1999 südafrikanischer Präsident war, genoss weit über die Grenzen Südafrikas hinaus Ansehen für seine Ausdauer und seinen Willen zur Versöhnung. Arte nähert sich dem langen Leben des Aktivisten und Politikers heute mit drei Filmen an: Mit dem Spielfilm „Invictus - Unbezwungen“ (20.15-22.25) erfüllte sich der amerikanische Schauspieler Morgan Freeman den langgehegten Traum, Mandela zu spielen. Unter der Regie von Clint Eastwood greift der Film den bedeutsamen Moment der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 in Südafrika auf, als das Nationalteam erstmals mit schwarzen und weißen Mitgliedern antrat und Weltmeister wurde.

„Der Staat gegen Mandela und andere“ (23.15-00.10) erinnert danach an die Prozesse, die in den 1960er-Jahren gegen die Anti-Apartheid-Aktivisten geführt wurden und mit den langjährigen Verurteilungen endeten. Insbesondere der sogenannte „Rivonia-Prozess“ 1963/64, in dem den Angeklagten Sabotage und Verschwörung zum bewaffneten Umsturz der Regierung vorgeworfen wurden, erlangte damals traurige Berühmtheit. Die Entdeckung, dass der Verlauf des Prozesses auf Tonträgern aufgenommen worden war, brachte den französischen Journalisten Nicolas Champeaux und den Filmemacher Gilles Porte dazu, die Aufnahmen mit Animationen und Interviews mit den letzten Zeitzeugen zu einer dokumentarischen Erinnerung an die Geschehnisse zu verbinden.

Die Dokumentation „Winnie“ (00.10-01.35) schließlich behandelt die Lebensgeschichte von Winnie Madikizela-Mandela (1936-2018), der langjährigen Ehefrau Nelson Mandelas, die sich ebenfalls im Kampf gegen das Apartheid-Regime auszeichnete, nach dessen Sturz aber ins politische Abseits geriet. Der Dokumentarfilm zeichnet erstmals nach, welche politischen Intrigen die Dämonisierung der impulsiven Politikerin in Gang setzten und sie zu einer tragischen Frauenfigur in der zeitgenössischen Politik machten. Persönliche Einschätzungen Winnie Mandelas werden durch Interviews mit Weggefährten wie Gegnern ergänzt. – Ab 14.


Foto aus „Der Staat gegen Mandelas und andere“: Egoli Tossell

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