„Alles ist gut“ & „Das melancholische Mädchen“ für First Steps Award nominiert

Mittwoch, 14.08.2019

Am 9.9. werden in Berlin wieder die Preise für Deutschlands Nachwuchs-Filmemacher verliehen.

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Eva Trobisch hat es sich mit der Themenwahl für ihren Debütfilm nicht leicht gemacht: „Alles ist gut“ erzählt von den Folgen einer Vergewaltigung und könnte von einem platten Themenfilm nicht weiter entfernt sein; stattdessen liefert das mit Aenne Schwarz in der Hauptrolle großartig besetzte Drama eine fundierte Einlassung auf die komplizierte, widersprüchliche Gefühlslage, in der sich die Protagonistin nach dem sexuellen Übergriff befindet. Trobisch und die faszinierend vielseitige Hauptdarstellerin haben den Mut, die Hauptfigur Janne, die nach einer Feier von einem Mann, mit dem sie sich auf einen Flirt eingelassen hat, vergewaltigt wird, als widerständigen Charakter zu zeigen, der durchaus auch Rätsel im Verhalten aufgibt und nicht zur glatten Sympathiefigur wird.

Dafür gab es unter anderem bereits im Frühjahr den „Preis der deutschen Filmkritik“ fürs beste Spielfilmdebüt; nun wurde der Film auch in die Auswahl der Filme aufgenommen, die um die diesjährigen „First Step Awards“ konkurrieren, mit denen jährlich herausragende Arbeiten von Nachwuchsfilmern geehrt werden. „Alles ist gut“ wurdein der Kategorie „Bester abendfüllender Spielfilm“ für den First Steps Award nominiert, Produzent David Armati Lechner ist zudem Anwärter auf einen „No Fear Award“.

Konkurrenz bekommt „Alles ist gut“ unter anderem vom Preisträger beim letzten Festival Max Ophüls Preis, „Das melancholischeMädchen von Susanne Heinrich: Ein am postbrechtschen politischen Kino geschulter Debütfilm um eine Berliner Schriftstellerin, die mit ihrem aktuellen Buch nicht weiterkommt und bei der Suchbewegung nach neuen Impulsen auf allerhand Menschen trifft, deren Sinn- und Glückversprechen sie als aufmerksame Beobachterin auf ihre blinden Flecken hinterfragt.

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Die „First Steps Awards“, die dieses Jahr am 9. September im Berliner Stage Theater des Westens vergeben werden, zeichnen Arbeiten in neun Kategorien aus. Dazu gehören neben kurzen, mittellangen und abendfüllenden Spielfilmen auch Dokumentarfilme und Werbefime; außerdem gibt es einen Drehbuch-Preis, den „Götz-George-Nachwuchspreis“ für Jung-SchauspielerInnen, einen „Michael-Ballhaus-Preis“ für Kameraleute (für den u.a. auch Agnesh Pakozdi für „Das melancholische Mädchen“ nominiert ist) sowie den bereits erwähnten „No Fear“-Award für Produzenten.

Eine Liste aller Nominierungen finden Sie auf www.firststeps.de

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