Serie: Der Krieg und ich

Dienstag, 10.09.2019

Wie Kinder und Jugendliche den Zweiten Weltkrieg erlebten

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„Ich verstehe das nicht“, klagt der junge Anton verzweifelt, „die Nazis wollen doch, dass es den Menschen gutgeht. Aber Papa redet nur von Krieg.“ Anton ist zehn Jahre alt und Halbwaise. Mit seinen zwei jüngeren Geschwistern lebt der Junge im düster werdenden Deutschland des Jahres 1938. Sein sehnlichster Wunsch: nicht länger als Außenseiter gelten und endlich der Hitlerjugend beitreten. Doch sein Vater, der mit den Nationalsozialisten nichts zu tun haben will, verbietet es. Also fälscht der Junge dessen Unterschrift auf dem Beitrittsformular und marschiert heimlich mit den Braunhemden mit. Anton ist überglücklich. Erst allmählich wird ihm klar, dass da etwas nicht stimmt.

Diese Szene stammt aus der ersten Folge der achtteiligen Fernsehserie, die in jeweils knapp halbstündigen Episoden erzählt, wie Kinder und Jugendliche aus Europa mit dem Nationalsozialismus konfrontiert wurden und wie sie den Zweiten Weltkrieg erlebten. Um das Thema Holocaust und Judenverfolgung für 11- bis 14-Jährige zugänglich zu machen, griffen die Autoren Matthias Zirzow, Maarten van der Duin und Ramona Bergmann überwiegend auf Tagebucheintragungen von Kindern aus sieben verschiedenen Ländern während der NS-Zeit zurück.

Die von Matthias Zirzow inszenierte Serie ist im Doku-Drama-Stil gehalten. Wie in diesem Genre üblich, werden Spielszenen mit Passagen aus historischen Archivfilmen kombiniert. Ein sachlich differenzierter Off-Kommentar führt an die jeweiligen Konflikte heran.

Hier geht es zur Serie in der ARD Mediathek



Foto: © SWR/LOOKSfilm/Andreas Wünschirs


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