Das Boot - Der Director's Cut (arte)

Dienstag, 10.09.2019

15.9., 20.15-23.35, arte

Diskussion

In der Langfassung seines U-Boot-Thrillers „Das Boot“ (1997) hat Wolfgang Petersen die ursprüngliche Kinoversion des gleichnamigen Weltsellers von Lothar-Günther Buchheim aus dem Jahr 1981 um rund 60 Minuten erweitert und akustisch mit digitaler Tonmischung und Surround-Effekten auf die Höhe von damaligen Hollywood-Produktionen gebracht; nach der ersten Kinoauswertung hatte Petersen 1985 den Stoff auch als dreiteilige Fernsehserie verarbeitet. Darin geht es um die letzte Feindfahrt des Wehrmachts-U-Bootes U 96, das im November und Dezember 1941 im Mittelmeer Schiffe der Alliierten versenken soll.

Begleitet wird die Mannschaft von einem Leutnant (Herbert Grönemeyer), der den Siegeszug des deutschen U-Bootes dokumentieren soll. Zu Beginn der Mission fühlt sich die Besatzung euphorisch und nahezu unbesiegbar. Doch als sie in gefährlichere Gebiete vordringen und dabei den Kurs verlieren, wird ihnen der Ernst der Lage deutlich. Das Boot nähert sich der streng bewachten Meeresenge Gibraltar und wird von einem Kriegsschiff attackiert. Unter Beschuss leidet die Mannschaft zum ersten Mal unter Todesangst. Das U-Boot muss abtauchen und sich in unsichere Tiefen begeben, um dem Kriegsschiff zu entkommen. Von nun an ist der erfahrene Kapitän (Jürgen Prochnow) mit seiner Truppe dauerhaft dem Feind ausgesetzt. Eine Strategie und viel Glück müssen her, um das Ziel zu erreichen, die Meeresenge bei Gibraltar zu durchbrechen und vor allem: um zu überleben. Als der Boot bei einem nächtlichen Flugzeugangriff schwer beschädigt wird, wird die Rückkehr in den U-Boot-Bunker nach La Rochelle angeordnet; bei der Einfahrt in den Hafen aber wird die Anlage bombardiert und das Boot zerstört.

Der aufwendige, technisch für die damalige Zeit auf beträchtlichen Level inszenierte Actionfilm erfuhr durch den „Director’s Cut“ eine weitere „Modernisierung“, die ihn annähernd auf Hollywood-Level brachte. Für Petersen und einen Großteil der Darsteller (neben Jürgen Prochnow und Herbert Grönemeyer beispielsweise Martin Semmelrogge, Uwe Ochsenknecht oder Heinz Hoenig) brachte der Film den Durchbruch.

Als Kriegsfilm über die NS-Zeit und insbesondere den mörderischen U-Boot-Krieg bleibt das Werk zwiespältig, weil es inhaltlich weder die politische Situation des Zweiten Weltkriegs reflektiert noch auf Distanz zum Kriegshandwerk geht.


Foto: arte

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