Verleugnung (One)

Donnerstag, 12.09.2019

20.9., 21.00-22.45, One

Diskussion

Die US-amerikanische Historikerin Deborah E. Lipstadt (Rachel Weisz) wird 1996 von dem britischen Autor David Irving verklagt, weil sie in einem Buch über die Shoah den Holocaust-Leugner als Paradebeispiel eines Geschichtsklitterers dargestellt hat. In dem Verfahren vor dem High Court in London muss sie den Beweis für ihre Behauptungen antreten.

„Verleugnung“ erzählt die wahre Geschichte dieses Prozesses, der Ende der 1990er-Jahre die Gemüter erregte. Im September 1996 verklagte Irving Lipstadt und den Verlag Penguin Books, weil der sich geweigert hatte, ihr Buch „Denying the Holocaust“ zurückzuziehen. Irving fühlte sich durch das Buch beleidigt; er reichte Klage wegen übler Nachrede und Geschäftsschädigung ein.

Da die Beweislast nach englischem Recht beim Beklagten liegt, mussten Lipstadt und der Verlag den Richter davon überzeugen, dass die Autorin Irving zu Recht als Hitler-Bewunderer und Sprachrohr der Holocaust-Leugner bezeichnet hatte.

In dem 300 Seiten starken Buch „History on Trial. My Day in Court with a Holocaust Denier“ (2005), das als Vorlage für den Film diente, beschreibt Lipstadt eindrucksvoll die Vorbereitungen auf den Prozess sowie die Verhandlung am Londoner High Court. Eine Tortur, die sich die kämpferische Historikerin auferlegte, um einen Präzedenzfall zu vermeiden. Lipstadt schlug nämlich ein Vergleichsangebot aus, das Irving vor Prozessbeginn unterbreitet hatte, weil sie künftigen Holocaust-Leugnern den Wind aus den Segeln nehmen wollte.

Der von Regisseur Mick Jackson eher konventionell inszenierte Spielfilm orientiert sich an dem authentischen Prozess und seinem Verlauf, wobei er in seinen stilistischen Mitteln nicht zimperlich ist. Dank der überzeugenden Hauptdarstellerin vermittelt sich dennoch sehr eindringlich die Anstrengung, populistischen Provokationen mit kühlem Verstand öffentlich entgegenzutreten.


Foto: SquareOne

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