Sympathisanten – Unser deutscher Herbst (SWR/SR)

Donnerstag, 12.09.2019

19.9., 23.15-00.45, SWR/SR

Diskussion

Heute blickt man mit Unverständnis und Skepsis auf jene Jahre zurück, als das Wort „Sympathisant“ in Westdeutschland Intellektuelle und Künstler diffamierte, weil sie angeblich den RAF-Terrorismus unterstützten, wenn sie eine menschliche Behandlung der Gefangenen in Stammheim verlangten oder sich generell kritisch gegen den Staat und seine Organe äußerten. Unter das Schlagwort summierte man so unterschiedliche Geister wie Heinrich Böll, Helmut Gollwitzer oder auch Margarethe von Trotta und Volker Schlöndorff.

Der Dokumentarist Felix Moeller, Sohn von Margarethe von Trotta, widmet sich in dem gleichnamigen Film der Suche nach Begriff, der im Leben seiner Eltern und deren Freunde eine so schmerzhafte Rolle gespielt hat. Die persönliche Perspektive folgt von Trottas Tagebuchaufzeichnungen und verknüpft Familie-, Film- und Sozialgeschichte zu einer kritischen Bestandsaufnahme der bundesdeutschen RAF-Hysterie.

Im Anschluss an „Sympathisanten“ läuft der Spielfilm „Die bleierne Zeit“ (00.45-02.25), in dem Margarete von Trotta 1981 die Geschichte der beiden Ensslin-Schwestern Juliane und Marianne in fiktiver Form nacherzählt und die unterschiedlichen Formen des politischen Widerstandes diskutiert.


Foto: SWR

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