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Vor der Morgenröte - Stefan Zweig in Amerika (WDR)

Mittwoch, 02.06.2021

15.6., 23.45-01.25, WDR Fernsehen

Diskussion

Der österreichisch-jüdische Schriftsteller Stefan Zweig befindet sich schon zwei Jahre auf der Flucht, als er 1936 zum PEN-Kongress nach Buenos Aires reist, wo man ihn bedrängt, die Barbarei des Nazi-Regimes öffentlich zu verurteilen. Doch der überzeugte Pazifist will sich weder für einen Krieg aussprechen, noch hält er eine Widerstandsgeste ohne persönliches Risiko für sinnvoll. Doch je länger er im Exil lebt, desto schwerer fällt es ihm, seine öffentliche Zurückhaltung aufrechtzuerhalten.

Der in virtuoser Strenge komponierte Film von Maria Schrader zeichnet in fünf Episoden die Konflikte von Zweigs Exiljahre nach, wobei der Weg über New York bis zu Zweigs letztem Zuhause im Dschungel-Ort Petrópolis führt.

Ein- und ausgeleitet von zwei grandiosen Plansequenzen, erweist sich der Film als ein Gesamtkunstwerk, das auch in langen Dialogpassagen von der wunderbaren Verkörperung Stefan Zweigs durch Josef Hader getragen wird. Dank der Schärfe und Sensibilität seiner Interpretation denkt man unwillkürlich an die von Fluchtströmen und sich schließenden Grenzen geprägte Gegenwart, ohne dass der Film diese Lesart aufdrängt. - Sehenswert ab 14.

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