In den Straßen der Bronx

Donnerstag, 12.09.2019

Das Regiedebüt von Robert De Niro über eine Mafia-Jugend

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In den 1960er-Jahren genießt der junge Calogero mit seinen Freunden den Sommer in den Straßen der New Yorker Bronx. Obwohl in sein Vater von den dunklen Seiten des Viertels fernhält, ist der Knabe von den elegant gekleideten Männern in Mafia-Kneipe fasziniert; sein große Vorbild ist Sonny, ihr Anführer. Er sein Idol bei der Gegenüberstellung auf der Polizeiwache, obwohl er gesehen hat, wie Sonny ein Mann erschoss. Im Gegenzug will in der Mafiosi als persönlichen Laufburschen engagieren, doch Calogeros Vater verbietet den Umgang.

Gleichwohl reißt der Kontakt zwischen beiden nicht ab; im Laufe der Jahre entwickelt sich sogar eine Art Vater-Sohn-Beziehung zwischen dem alten Gangster und dem heranwachsenden Jungen. Acht Jahre fühlt sich der gut aussehende Teenager immer noch zwischen seinem leiblichen Vater und dem väterlichen Freund hin- und hergerissen.

Als er sich in eine dunkelhäutige Mitschülerin verliebt, gerät er in einen Gewissenskonflikt: Bei seinen Italo-Freunden sind alle Afro-Amerikaner zutiefst verhasst, und auch sein Vater zeigt sich nicht erfreut über die Wahl seines Sohnes. Der weltoffene Sonny hingegen ermutigt den Jungen, auf sein Herz zu hören. Doch die Liebesbeziehung droht schnell zu zerbrechen, als ein paar schwarze Kids brutal zusammengeschlagen werden, darunter auch der kleine Bruder von Calogeros Freundin.

„In den Straßen der Bronx“ ist das Regiedebüt von Robert De Niro. Das humorvolle und zugleich tragische Drama überzeugt durch eine hohe atmosphärische Dichte und ist von emotionalen Zwischentönen geprägt und einem Gespür für das Lebensgefühl der Swinging Sixties.

Originelle Einzelszenen, sorgsam rekonstruierte Milieus und die stimmige Ambivalenz in der Zeichnung der Gangsterfigur stehen auf der Plusseite der Inszenierung. Neben Robert De Niro in der Rolle des besorgten Familienvaters beeindrucken die Schauspieler Lillo Brancato und Chazz Palminteri, der neben seiner Rolle als Sonny auch das Drehbuch adaptierte; die Basis dafür bildete Palminteris eigenes Theaterstück „A Bronx Tale“.

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Foto: arte

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