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Western

Dienstag, 04.08.2020

Diskussion

Ein wortkarger Einzelgänger (Meinhard Neumann) kommt mit einem Trupp deutscher Bauarbeiter in ein entlegenes Gebiet in Bulgarien, um ein Wasserkraftwerk zu errichten. Die spektakuläre Landschaft weckt in den Männern die Abenteuerlust; dennoch überwiegt zunächst die Skepsis gegenüber den Einheimischen.

Als der Mann in der Umgebung auf Erkundungstour geht, entdeckt er ein Dorf und kommt mit den Bewohnern ins Gespräch. Trotz der Sprachbarriere freundet er sich mit ihnen an. Das Dorf weckt aber bald auch das Interesse der anderen Arbeiter; insbesondere ein Polier konkurriert um die Aufmerksamkeit der Einheimischen und die einer hübschen Frau (Veneta Frangova). Als es im Dorf und auf der Baustelle zu einer Wasserknappheit kommt, ist Ärger vorprogrammiert.

Das intensive Drama von Valeska Grisebach um die tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit und einem Platz im Leben verbindet Mythen und Chiffren des Western-Genres mit dem geduldig-neorealistischen Blick auf Möglichkeiten und Grenzen menschlichen Miteinanders. Ein in gewaltigen Naturlandschaften schwelgender, eindrucksvoll von Laiendarstellern gespielter „Heimatfilm“, der klassische Topoi wie den Umgang mit dem Fremden, das Duell oder das Buhlen um die Gunst derselben Frau gekonnt in die Geschichte einbindet, ohne darüber den Blick für das Hier und Jetzt zu verlieren.

In ihrer Arbeitsweise schließt Valeska Grisebach an ihre vorherigen Filme „Mein Stern“ und „Sehnsucht“ an. Wie schon in diesen Filmen lässt sie sich von den Gesichtern und Charakteren der Darsteller ebenso inspirieren wie von den Landschaften. - Sehenswert ab 16.

Hier geht es zum Film in der ZDF Mediathek

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