Die Vierte Gewalt

Donnerstag, 03.10.2019

Persönlich gefärbter Essay über heutige Herausforderungen des Journalismus

Diskussion

Ausgehend von der Frage, wie es um den Journalismus in der heutigen Zeit bestellt ist, besucht der Schweizer Dokumentarfilmer Dieter Fahrer vier Medien-Redaktionen: Neben der Berner Tageszeitung „Der Bund“, die seine betagten Eltern seit 60 Jahren abonniert haben und mit der Fahrer aufgewachsen ist, stellt er auch die angesehene Radiosendung „Echo der Zeit“ als zwei Vertreter traditioneller journalistischer Werte dar, wo die Redakteure noch stolz auf die Dicke ihrer Recherche-Dossiers sind. Daneben stellt Fahrer die Bilder von zwei innovativen Online-Publikationen, zum einen das auf Breitenwirkung („Katzenbilder sind auch News“) zielende Portal „Watson“, zum anderen das beim Dreh noch im Aufbau befindliche Onlinemagazin „Republik“, das mit hohen Ambitionen den Qualitätsjournalismus im Internet fortleben lassen möchte.

Der persönlich gefärbte Essay fällt keine kulturpessimistischen Urteile, sondern entdeckt in den vielfältigen Beobachtungen immer wieder Grund zur Hoffnung, dass der Journalismus keineswegs ein Opfer von Tempo, Anspruchslosigkeit und Anfeindungen zu werden droht. Gleichwohl enthält er auch eine wehmütige Note angesichts des Verschwindens einer journalistischen Tradition, da Fahrer die traditionelle Zeitungsform untrennbar mit seinen schwächer werdenden Eltern (den einzigen sichtbaren Lesern im Film) verzahnt. – Ab 14.

Hier geht es zum Film in der 3sat Mediathek



Foto: ZDF/SRF/Balzli& Fahrer Filmproduktion

Filmdetails
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