Vampire!

Freitag, 04.10.2019

Drei Spielfilme um die unheimlichen Blutsauger

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Thomas Hutter (Gustav von Wangenheim), Sekretär eines Maklers in Wisborg, reist nach Transsylvanien, um mit dem Grafen Orlok (Max Schreck) über einen Hauskauf zu verhandeln. Der Schlossherr erweist sich als "Vampyr", der Pest und Tod nach Wisborg bringt; erst durch die selbstlose Hingabe von Hutters junger Gattin Ellen (Greta Schröder) kann das Unheil gebannt werden. Darum geht es in "Nosferatu", einem Meisterwerk des deutschen Stummfilmexpressionismus, entstanden nach Motiven des romantischen Schauerromans von Bram Stoker. Der Film ist genialer Vorläufer und Maßstab späterer "Dracula"-Verfilmungen; Friedrich Wilhelm Murnau nutzte virtuos die technischen, poetischen und emotionalen Effekte des Mediums und entwarft - indem er den Einbruch des Dämonischen in die bürgerliche Idylle schildert - ein düsteres Spiegelbild kollektiver Ängste in der Weimarer Republik.

Passend zum Halloween-Monat Oktober, in dem gepflegter Grusel angesagt ist, zeigt arte den Film im Rahmen eines kleinen "Vampir"-Schwerpunkts. Neben dem deutschen Klassiker sind zwei etwas abseitigere Genre-Variationen zu sehen: Dan Curtis' "Dracula" aus dem Jahr 1974, in dem Jack Palance den blutsaugenden Fürsten spielt, der im London des Jahres 1897 seine blutige Spur hinterläßt, und "Das Blutbiest" aus dem Jahr 1968, in dem Genre-Größe Peter Cushing mal nicht als Van Helsing, sondern als tüchtiger Inspektor Jagd auf ein blutschlürfendes Ungetüm macht, das rund um ein englisches Dörfchen Insektenforschern zu Leibe gerückt ist. Hinter dem verbirgt sich in dem B-Film von Vernon Sewell kein männlicher Vampir, sondern eine riesige Motte.

Hier geht es zum Vampir-Schwerpunkt in der arte Mediathek



Foto: Murnau-Stiftung/SDK

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