Unter Verdacht - Evas letzter Gang

Donnerstag, 10.10.2019

Finale Episode der herausragenden Krimi-Reihe als standesgemäßer Abschluss

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Nach 17 Jahren geht eine der besten Krimi-Reihen des deutschen Fernsehens mit dem 30. Fall zu Ende: Mit ihrem letzten Einsatz kehrt Eva Prohacek (Senta Berger) noch einmal zu ihren Anfängen in der allerersten „Unter Verdacht“-Folge Verdecktes Spiel von 2002 zurück. Damals trat sie ihre Stelle beim Münchner Kommissariat 411 an, das interne Ermittlungen gegen straffällig gewordene Polizeibeamte durchführt, und war mit einem Immobilienskandal konfrontiert, in den auch ihr Chef und seitdem ewiger Widersacher Claus Reiter (Gerd Anthoff) verwickelt war. Ebenfalls ums Leben kam damals eine Polizisten-Frau, offiziell durch Selbstmord. 17 Jahre später wird Eva Prohacek erneut mit einem Suizid konfrontiert, diesmal mit einem eindeutigen: Ein Polizist hat sich vor einer jungen Kollegin erschossen, die mit ihm Schluss gemacht hat, jene Sarah Weiss (Julia Franz Richter) stellt sich als Tochter der seinerzeit gestorbenen Frau heraus. Bald ahnen Prohacek und ihr treuer Kollege Langner (Rudolf Krause), dass Sarah Weiss die Mörder ihrer Mutter sucht und Reiter und seine schmierigen Geschäftsfreunde vielleicht doch noch überführt werden könnten. Eva Prohacek wird allerdings in wenigen Tagen pensioniert, was Reiter Rückhalt gibt, der verhassten Kollegin noch mehr Steine in den Weg zu legen als sonst.

Die Episode, inszeniert vom langjährigen Regisseur Andreas Herzog und geschrieben von Stefan Holtz und Florian Iwersen, läuft ein letztes Mal zur Spitzenklasse auf: Die wohl fatalistischste deutsche Krimiserie glaubt auch zum Abschluss nicht an den völligen Triumph über Korruption und Geschachere, auch wenn Karriere-Widerling Reiter endlich zur Rechenschaft gezogen wird. Für die einzelgängerische Eva Prohacek, der als „Nestbeschmutzerin“ im Polizeipräsidium offensichtlich keine Träne nachgeweint wird, gibt es keinen Grund, mit Optimismus in den Ruhestand zu gehen, ihrem Adlatus Langner steht eine auch nicht eben rosige Zukunft ohne seine Chefin bevor. Mit seinen drei brillanten Hauptdarstellern spricht der wehmütige und mit bitterer Gelassenheit inszenierte „Evas letzter Gang“ noch einmal die Themen der Reihe um Integrität und Gerechtigkeit an und bringt diese zu einem stilvollen Abschluss. – Sehenswert ab 14.

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Foto: ZDF/Raymond Roemke

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