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Hindafing - Staffel 1 & 2

Montag, 20.07.2020

Eine sardonische Dorfkrimi-Serie mit hintersinnigem Humor

Diskussion

"Hindafing" ist ein wunderbarer Glücksfall in Sachen Serie: abgründig, witzig und gegen den fernsehüblichen Strich gebürstet, ein sardonischer Dorfkrimi mit moralisch fragwürdigem, nichtsdestotrotz aber doch auch sympathischem Personal, einer mitreißenden Dramaturgie sowie einer präzise durchdachten Bildsprache.

Das von den Drehbuchautoren Niklas Hoffmann, Boris Kunz und Rafael Parente gemeinsam erfundene bayerische Städtchen Hindafing ist ein farbloser, trister Ort zwischen Autobahnen, zersiedelten Landschaften und Industrieruinen. Nicht pittoreske Milchviehbetriebe oder eine hübsche Dorfkirche prägen ihn, sondern ein dubioser Großschlachtbetrieb und der hässliche Rathaus-Betonklotz, in dem Bürgermeister Zischl (Maximilian Brückner) residiert. Und erst der Himmel: Der ist hier grau oder vielleicht auch mal weiß – aber niemals, wirklich niemals weiß-blau.

Was nun ganz und gar nicht bedeutet, dass hier nicht der typisch süddeutsche Größenwahn zuhause wäre: Zischl hat in Staffel 1 mit einem gigantischen Windrad-Projekt bereits viel Geld in den Sand gesetzt, weshalb er der strukturschwachen Gemeinde nun mit dem Bio-Einkaufscenter "Donauvillage" zu neuem Glanz verhelfen möchte. Blöd nur, dass der leicht korrumpierbare, Crystal Meth schnupfende Bürgermeister innerhalb kürzester Zeit vom halben Ort erpresst wird und sich zunehmend im Netz seiner zahlreichen Intrigen und Amigo-Geschäfte verheddert.

In Staffel 2 hat es Antiheld Zischl bis in den Landtag geschafft. Als Abgeordneter will Zischl an sich saubere Politik betreiben, doch wird er sofort wieder in zwielichtige Machenschaften um einen Rüstungsbetrieb verstrickt. Während sich die nächsten komplizierten Intrigen spinnen, ereignet sich ein Anschlag auf die Ministerpräsidentin. - Sehenswert ab 16.

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