Mit der Faust in der Tasche

Donnerstag, 24.10.2019

Zur surrealistischen Groteske zugespitzte Geschichte einer italienischen Bürgerfamilie von Marco Bellocchio

Diskussion

Die zur surrealistischen Groteske zugespitzte Geschichte einer italienischen Bürgerfamilie, deren Mitglieder, obwohl seelisch wie körperlich vom Verfall gezeichnet, zwanghaft ihren hohlen Konventionen huldigen. Nur der missratene Sohn Alessandro (Lou Castel) rebelliert gegen den Terror der Wohlanständigkeit und setzt radikalste Mittel gegen seine Verwandten ein, doch die schleichende Dekadenz macht auch vor ihm nicht halt.

Marco Bellocchios Regiedebüt erzählt von der nahezu hoffnungslosen Situation der italienischen Nachkriegsgeneration, die sich mit anarchischer Zerstörungswut ihre Unabhängigkeit von psychischen und sozialen Zwängen verschaffen will. Ein wütendes Pamphlet von unverändert beeindruckender Radikalität und Konsequenz.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek



Foto: Ad Vitam/Doria Cinematografica

Filmdetails
Kommentar verfassen

Kommentieren