Die Auserwählten

Donnerstag, 07.11.2019

Beklemmendes Drama über den institutionellen Missbrauch an der Odenwald-Schule

Diskussion

Eine idealistische Biologielehrerin (Julia Jentsch) tritt in den späten 1970er-Jahren begeistert ihre Stelle als Biologielehrerin an der reformpädagogischen Odenwald-Schule an. Doch bald macht sie irritierende Entdeckungen und kümmert sich als einzige Lehrerin um einen tief verstörten Jungen (Leon Seidel), ohne allerdings herauszufinden, was genau mit ihm passiert ist. Erst mit der Zeit realisiert sie, dass hinter der „Freiheitspädagogik“ der Schule ein abgründiges, teils verschwiegenes, teils ideologisch verbrämtes System päderastischer Übergriffe steckt.

Das brillant gespielte (Fernseh-)Drama von Christoph Röhl lotet mit beklemmender Eindringlichkeit die Mechanismen des Verdrängens und Verschweigens aus, die an der berühmten Vorzeige-Einrichtung zu Einschüchterung und sexuellem Missbrauch führten. Zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren wurden an der Odenwaldschule mindestens 132 Schüler und Schülerinnen missbraucht; keiner der Täter wurde für seine Verbrehen verurteilt, weil diese bei Bekanntwerden lange verjährt waren.

Der Regisseur Christoph Röhl war von 1989 bis 1991 selbst Tutor an der Odenwaldschule und drehte 2011 schon den Dokumentarfilm „Und wir sind nicht die Einzigen“ über den Missbrauchsskandal. – Sehenswert ab 16.

Hier geht es zum Film in der ARD Mediathek



Foto: WDR

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