Der Unverstandene

Mittwoch, 13.11.2019

Ein 1967 entstandenes, einfühlsames Melodram von Luigi Comencini über eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung

Diskussion

Der britische Konsul in Florenz hat den Tod seiner Frau über deren Beisetzung hinaus vor seinen beiden Söhnen verheimlicht, nun weiht er den älteren Jungen Andrea (Stefano Colagrande) ein und ist stolz, dass dieser anscheinend emotional beherrscht und tapfer die Nachricht aufnimmt. Während er zur Tagesordnung übergeht und dem jüngeren Kind seine Zuneigung zuwendet, trägt der Ältere allerdings schwere innere Konflikte aus: Die unterdrückte Trauer um die geliebte Mutter, die Tatsache, dass sein Vater ihm wenig Beachtung schenkt, und die latente Eifersucht auf den kleinen Bruder, der alle Aufmerksamkeit des Vaters zu absorbieren scheint, machen ihm zu schaffen, was sich zunehmend in unberechenbaren Aktionen ausdrückt. Erst spät kommt es zu einer aufrichtigen Annäherung mit dem Vater. Ein 1967 entstandenes, einfühlsames Melodram von Luigi Comencini über die seelischen Leiden eines Heranwachsenden und die Gefühlskälte, Gedankenlosigkeit und die Verfehlungen seines Vaters, verdichtet zu einem gesellschaftlichen Zeitbild.

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Foto: arte

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