Polizeiruf 110 - Wölfe

Freitag, 15.11.2019

Ein von Christian Petzold inszenierter Münchner „Polizeiruf“-Fall für Kommissar Hanns von Meuffel

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In einer vom Mond fahl beleuchteten Nacht am Waldesrand die Erscheinung einer Werwolf-Gestalt mit rotglühenden Augen. Dann eine Frauenleiche mit entsetzlichen, offenbar von Tierbissen herrührenden Verstümmelungen im Gesicht. Dass es in Christian Petzolds Filmen gespenstische und phantomhafte Momente geben kann, ist bekannt, aber solch expliziter Horror ist neu bei ihm und verleiht seinem nach „Kreise“ zweiten BR-Polizeiruf die besondere Aura: eine Atmosphäre der Unheimlichkeit, die scharf kontrastiert zur ländlich-oberbayrischen Idylle, in der sich das fatale Geschehen abspielt.Der Münchner Kommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) nimmt gemeinsam mit seiner alkoholabhängigen Kollegin Constanze (Barbara Auer) die Ermittlungen auf und stößt auf einen Hundebesitzer, der Mitglied einer rechtsextremen türkischen Organisation war und zudem ein Verhältnis mit der Toten hatte. Damit ist er zusehends der Feindseligkeit der Dorfbewohner ausgesetzt.

Ein herausragend inszenierter Krimi, der seine Horror-Anspielungen einsetzt, um die Grausamkeit der Menschenwelt zu akzentuieren. Die Liebesgeschichte der beiden Ermittler bildet dazu mit ungewöhnlich zarten und innigen Wendungen einen außergewöhnlichen Kontrapunkt. – Sehenswert ab 16.

Hier geht es zum Film in der ARD Mediathek



Foto: ARD/BR/Degeto

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