Der Clou von Paris (arte)

Dienstag, 26.11.2019

9.12., 22.10-00.05, arte

Diskussion

Der 1937 geborene Claude Lelouch trat schon mit Anfang 20 als autodidaktischer Regisseur hervor und lavierte sich bald neben der parallel aufblühenden Nouvelle Vague in die Reihe der international wahrgenommenen, aber auch umstrittenen Filmemacher. Kritikpunkt war dabei stets Lelouchs Unterhaltungsvorsatz, dem sich seine wachsende Professionalität im Umgang mit Stilmitteln unterordnete, während sich die Plots oft nur knapp an der Grenze zur Trivialität entlanghangelten. Dennoch gelangen ihm immer wieder Erfolge, die auch in der Rückschau noch durch filmische Raffinesse bestechen. Hierzu gehört der auch als „Voyou – Der Gauner“ bekannte „Der Clou von Paris“ (1970).

In komplizierter Rückblendentechnik erzählt Lelouch die Geschichte einer penibel geplanten und durchgeführten Kindesentführung: Der nicht unsympathische Berufsverbrecher Simon der „Schweizer“ (Jean-Louis Trintignant) verlangt von einer Großbank eine Million Dollar Lösegeld und stellt während der Verhandlungen fest, wie glänzend er sich mit seinem Opfer, dem fünfjährigen Sohn eines Bankangestellten (Charles Denner), versteht. Die erfrischend gespielte Krimi-Komödie punktet auch mit einem hervorragenden Hauptdarsteller und hält sich mit eleganten formalen Spielereien über Wasser. – Ab 16.


Foto: Ariane Films/Films 13/P.E.A, Rome

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