© ZDF/Hannes Hubach

Unterm Birnbaum

Dienstag, 10.12.2019

Übertragung der Krimi-Novelle von Theodor Fontane in ein modernes Setting

Diskussion

Programmplanerische Zufälle haben bewirkt, dass beide diesjährigen Fernseharbeiten von Uli Edel ihre Premiere am selben Abend erleben: Während Das Erste sein dreistündiges Auswanderer-Drama Der Club der singenden Metzger zeigt, strahlt arte zeitgleich die halb so lange Theodor-Fontane-Adaption „Unterm Birnbaum“ aus. In der Modernisierung von Fontanes Novelle (die zum 200. Geburtstag des Schriftstellers am 30. Dezember auch nochmals im ZDF läuft) gerät ein Hotelbesitzer-Paar aus dem Oderbruch in Probleme, als sie jahrelange finanzielle Fehleinschätzung einholt: Insolvent und ohne Aussicht auf Besserung, richten Ursel und Abel Hradschek (Julia Koschitz, Fritz Karl) ihren Blick auf den gut betuchten Stammgast Schulze, der stets mit viel Bargeld ihr Haus besucht. Der Plan, ihn zu ermorden und das Geld an sich zu bringen, wird mittels einer angeblichen Erbschaft in die Wege geleitet und tatsächlich kann Abel die Mordtat durchführen. Nicht gerechnet haben sie jedoch mit der Aufmerksamkeit des Polizisten Geelhaar (Devid Striesow) sowie der Nachbarin Frau Jeschke (Katharina Thalbach), die den Hotelier bei einer verdächtigen Aktion beobachtet hat.

Edel und Autorin Léonie-Claire Breinersdorfer versuchen sich an einer Direktübertragung Fontanes in ein heutiges Ambiente, was mitunter etwas bemüht die Wandel im gesellschaftlichen Umgang seit dem 19. Jahrhundert ausklammert. Der Film wirkt so streckenweise sehr aus der Zeit gefallen und ist auch als Krimidrama inmitten der Fernseh-Konkurrenz eher zahm ausgefallen. Die Inszenierung hält dem ein einprägsames Setting entgegen und lässt Musik und Kameraarbeit großen Budenzauber veranstalten. So ist „Unterm Birnbaum“ eine durchaus originelle Annäherung an das Werk des Romanciers, auch wenn sich Fontane-Puristen daran stören könnten, dass der Film Fontanes Grundprinzip, unangenehme Vorgänge nur anzudeuten, geflissentlich ignoriert. – Ab 14.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek



Foto: ZDF/Hannes Hubach

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