In der Greta-Thunberg-Ära

Sonntag, 15.12.2019

Diskussion

Green Shooting, Green Cinema, Green Storytelling: In der Greta-Thunberg-Ära kommt auch die Filmbranche nicht mehr an der Maxime des Klimaschutzes vorbei. Von der Filmproduktion über die Vorführung von Filmen bis zum Geschichtenerzählen bekennen sich neuerdings immer mehr Akteure zur Maxime der Nachhaltigkeit.


„Das Thema ist in der Medienbranche jahrelang auf sehr wenig Interesse gestoßen, zum Teil sogar auf Ablehnung“, resümiert die Filmpublizistin und Herausgeberin des Magazins „Green Film Shooting“, Birgit Heidsiek. „Das hat sich jetzt gewandelt. Die Fridays-for-Future-Bewegung hat einen großen Impuls gegeben, und natürlich jetzt auch die Politik.“

Während Filmproduzenten vermehrt auf umweltfreundliche Dreharbeiten achten, können Kinobesitzer bereits Preise für nachhaltig betriebene Filmtheater gewinnen oder ressourcenschonende Lösungen im Grünen Kinohandbuch der Filmförderungsanstalt finden, das Heidsiek geschrieben hat. Und jenseits der gängigen Filmstorys über Naturkatastrophen sinnen findige Filmemacher neuerdings verstärkt darüber nach, wie man Öko-Storys erzählen kann, ohne zu dozieren oder zu predigen.


Green Consultant

Insbesondere zwei Mitteilungen kennzeichnen den um sich greifenden Trend zu mehr Umweltschutz in der Film- und Fernsehproduktion. Im Oktober kündigten die MFG Filmförderung Baden-Württemberg und die Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) die Schaffung eines Zertifikates für Filmschaffende an, die ihre Projekte ökologisch nachhaltig realisierenmöchten. Ab dem Wintersemester 2019/20 ermöglicht eine neue Fortbildung für ressourcenschonende Filmherstellung („Green Shooting“) an der HdM den Erwerb des Hochschulzertifikats „Green Consultant“.

Das Seminar richtet sich an Filmschaffende der kreativen und technischen Gewerke wie etwa Produktion, Regie, Bildgestaltung, Szenenbild und Aufnahmeleitung. Die Teilnahmegebühr beträgt 1200 Euro, wobei die MFG einen Teil der Kosten übernehmen kann.

        

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Zum Konzept der hochschulbasierten Fortbildung erklärt der zuständige Professor Boris Michalski: „Wir müssen unser Mindset verändern und jeden Prozessschritt im Verlauf der Medienproduktion mit den ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten des Green Shooting verweben.“ Filmproduzenten, die einen solchen Öko-Berater beschäftigen wollen, können im Rahmen des Sonderprogramms „Green Shooting“ bei der MFG für ein produktionsgefördertes Filmprojekt einen Zuschuss von bis zu 5000 Euro beantragen.

Auch Heidsiek sieht eine wachsende Nachfrage nach solchen Beratern. Sie weist jedoch darauf hin, dass „jedeProduktion entscheiden muss, ob es besser ist, wenn ein Mitglied des Teams den grünen Hut aufsetzt, oder ob man sich lieber jemand von außen holt, der dann als Ansprechpartner für alle Fragen zum Grünen Drehen fungiert und die nötige Arbeit erledigt. Für diese grünen Experten existieren unterschiedliche Bezeichnungen w

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