Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm

Montag, 23.12.2019

Drama über Streitigkeiten um den "Dreigroschenoper"-Film

Diskussion

Im Jahr 1930 kam es um die Verfilmung von Bert Brechts „Dreigroschenoper“ zu erheblichen juristischen Auseinandersetzungen, weil Brecht den Stoff fürs Massenmedium kompromisslos zuspitzen wollte, was den Intentionen der Produktionsfirma aber zuwiderlief. Das daraus resultierende Brecht-Exposé „Die Beule“ dient Regisseur Joachim A. Lang für eine Vergegenwärtigung der historischen Vorgänge, die mit tragfähigem Blick auf Figur und Werk von Bert Brecht einen temperamentvoll-wuchtigen Zugang zu dem komplexen Stoff eröffnen.

Brechts Drama „Dreigroschenoper“ entwickelte sich nach der Uraufführung 1928 zum Publikumsmagneten und avancierte zum erfolgreichsten Theaterstück der 1920-Jahre. Es war überall zu sehen, nur nicht im Kino. Das Angebot des Produzenten Seymour Nebenzahl, die „Dreigroschenoper“ zu verfilmen, ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Doch Brecht wollte den Stoff für die Leinwand deutlich verändern, was sehr schnell mit den Interessen Nebenzahls kollidierte.

Der zwischen Fakten und Fiktion, Werk und Kommentar changierende Film bietet intellektuelles Dauerfeuer für Brecht-Kenner, ein spielfreudiges Darsteller-Ensemble, unter anderem mit Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Claudia Michelsen und Joachim Król, und außerdem alle Kurt-Weill-Hits, aber auch unmissverständliche Aktualisierungen des Stoffes Richtung Finanzkapital und amtierendem US-Präsidenten. - Sehenswert ab 16.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek


Foto: arte/Wild Bunch Germany/Stephan Pick

Filmdetails
Kommentar verfassen

Kommentieren