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Mehrteiler: Die Schatzinsel

Dienstag, 31.12.2019

Vierteilige Fernsehverfilmung des Jugendromans von R.L. Stevenson

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Zu den winterlichen Klassikern des deutschen Fernsehens zählt die vierteilige Abenteuerserie „Die Schatzinsel“ (1966) nach dem gleichnamigen Roman von Robert Louis Stevenson mit Michael Ande als blutjungem Schiffsjungen Jim Hawkins, der zusammen mit Doktor Livsey und Kapitän Smolett auf der Hispaniola bis zum Äquator segelt. Auf dem titelgebenden Eiland wartet aber nicht nur die Beute des Piraten Flint, sondern auch noch ein Klappergestell namens Ben Gunn.

Der enorme Erfolg des Stoffes, der seit 1910 mehr als 30 Mal verfilmt wurde, beruht dabei nicht nur auf der Abenteuer-Topologie der Geschichte, sondern hängt nicht unwesentlich mit der ambivalenten Gestalt des einbeinigen Schiffkochs John Silver zusammen, der geschickt zwischen den Front laviert, sich Hawkins als väterlicher Freund und Kumpel aufdrängt, während er gleichzeitig der Kopf der Piratenmannschaft ist, die früher unter Flint gesegelt ist und jetzt den Schatz bergen will.

Regisseur Wolfgang Liebeneiner dreht den deutsch-französischen Mehrteiler 1965 auf 35mm; bei der Erstausstrahlung an Weihnachten 1966 wurde dennoch eine schwarz-weiße Fassung gezeigt, da das Fernsehen noch nicht farbig senden konnte. Bei den Dreharbeiten fiel Michael Ande während der finalen Verfolgungsjagd auf dem Schiff so unglücklich in sein Messer, dass ihm nur durch eine Notoperation das Leben gerettet werden konnte. Der Unfall wurde aus dem Film nicht herausgeschnitten, da Ande im Schockzustand die Szene bis zum Ende weiterspielte. Um die letzten Szenen fertigzustellen, musste Ande gedoubelt werden. Daher ist er in den letzten Szenen nur noch seitlich oder ohne Kopf zu sehen. – Ab 12.

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