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Serie: Jordskott - Die Rache des Waldes

Donnerstag, 02.01.2020

Ein Krimi-Mehrteiler, der an Originalität und Atmosphäre im Kanon des Unheimlichen seinesgleichen sucht

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Das Kino ist voll von Geistergeschichten und paranormalen Aktivitäten; der schwedische Mehrteiler "Jordskott" aus dem Jahr 2015 liefert indes eine Genre-Variation, die an Originalität und Atmosphäre im Kanon des Unheimlichen seinesgleichen sucht. Schon allein der Name lässt frösteln: „Jordskott“ - kalt, kantig. Seine Bedeutung könnte man am ehesten mit dem botanischen Begriff „Rhizom“ umschreiben, jenen Trieben also, mit denen manche Pflanzen den Boden durchstoßen, um sich zu verbreiten. Das macht durchaus Sinn, denn die Serie spielt in den schwedischen Wäldern. Diese sind hier nicht nur „Statisten“ für pittoreske Panorama-Shots; die Pflanzen greifen in „Jordskott“ vielmehr auf eigentümliche Art ins Geschehen ein.

Die Handlung spielt in und um das verschlafene Nest Silverhöjd. Ein Dorf inmitten von Wäldern, am Leben erhalten von der holzverarbeitenden Industrie. Die Firma Thörnblad Cellulosa und ihr Patriarch sind die Lebensader der Gegend. Doch nun ist der Herrscher tot. Unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen, die wie so vieles aufgeklärt werden sollen. Deshalb kehrt auch die Polizeiinspektorin und Tochter des Toten, Eva Thörnblad, in ihr Heimatdorf zurück, das sie sieben Jahre zuvor eigentlich für immer verlassen hat, nachdem ihre eigene Tochter nahe eines pittoresken Sees spurlos verschwand. Sieben lange Jahre, in denen sie nie über den Verlust hinweggekommen ist und sich eher schlecht als recht in der Hauptstadt mit anderen unerquicklichen Fällen herumgeschlagen hat. Doch nun ist sie zurück und erlebt die Stadt mit ihren undurchsichtigen Bewohnern noch verstörender als zuvor. Es geschehen unerklärliche Dinge. Neue Kinder verschwinden, andere tauchen wieder auf.

„Jordskott“ atmet den Geist von David Lynch. Verstörend ist das und wahrlich unheimlich. Der schwedische Regisseur Henrik Björn beweist ähnlich wie Lynch Mut zum realen Unerklärlichen. Mut zum Absurden. Und Mut zu einer Mischung aus Alltäglichem und Erschreckendem. In einer Mischung aus Krimi, Familiendrama und Märchen kriecht der Horror hier in jede Ritze. - Ab 16.

Hier geht es zur Serie in der arte Mediathek



Foto: © Johan Paulin

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