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Das Geheimnis der Freiheit

Sonntag, 05.01.2020

Drama um Golo Mann und Berthold Beitz

Diskussion

Anfang der 1970er-Jahre sorgt sich der Manager Berthold Beitz (Sven-Erich Bechtolf) um die Zukunft des wirtschaftlich angeschlagenen Krupp-Konzerns. Seit 20 Jahren schon lenkte Beitz die Geschicke des Unternehmens, dessen wichtigstes Kapital sein guter Name ist. Aus einer scheinbaren Laune heraus beauftragt der Wirtschaftsboss den Historiker Golo Mann (Edgar Selge), ein Buch über den verstorbenen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach zu schreiben.

Die eigentlichen Gründe für diesen Schritt liegen tiefen und wurzeln in Beitz’ traumatischen Erinnerungen an die NS-Zeit. Im Zentrum des Films geht es deshalb auch nicht um ein Porträt von Beitz oder der Krupp-Dynastie noch um die Ereignisse der späten 1970er-Jahre. Die Inszenierung von Regisseur Dror Zahavi kreist vielmehr um die Traumata der Kriegsgeneration und ihre Unfähigkeit, sich mit ihren Erlebnissen auseinanderzusetzen.

In Golo Mann findet Beitz dann aber ein Gegenüber, der in herausfordert und mit unliebsamen Fragen konfrontiert. Grundlage der Gespräche zwischen Beitz und Mann war ein achtstündiges Tonbandprotokoll aus dem Golo-Mann-Archiv in Bern, das die Basis für eine spannende Auseinandersetzung mit der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte, aber auch über die Bedeutung von Freiheit und die Notwendigkeit des Erinnerns bildet.

Der WDR zeigt im Anschluss die Dokumentation „Berthold Beitz – Ein Leben zwischen Pflicht und Freiheit“ (22.10-22.55) von Reinhold Böhm, der die Lebensgeschichte des Generalbevollmächtigten von Thyssen-Krupp nachzeichnet. Auch hierfür bildet ein langes Interview die Grundlage, das Beitz kurz vor seinem Tod gegeben hat.

Hier geht es zum Film in der ARD Mediathek

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