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Florence Foster Jenkins (Sat.1)

Mittwoch, 15.01.2020

26.1., 20.15-22.30, SAT.1 (ERSTAUSSTRAHLUNG)

Diskussion

Die Musik-Mäzenin Florence Foster Jenkins (1868-1944), die im fortgeschrittenen Alter als „Gesangsvirtuosin“ reüssierte, obwohl sie keinerlei Gespür für Modulation und Stimmführung besaß, hat 2015/2016 einen späten filmischen Nachruhm erlebt: Xavier Giannoli griff ihr Leben in fiktionalisierter Form in „Madame Marguerite oder Die Kunst der schiefen Töne“ auf, die Doku „Die Florence Foster Jenkins Story“ von Ralf Pfleger nahm sich ihrer mit nachgestellten Szenen an und beleuchtete sie als eine Art schräge Kultfigur des Camp, und Stephen Frears schließlich widmete ihr ein mit Meryl Streep prominent besetzte Biopic, das SAT.1 am 26. Januar zeigt: Der Film zeigt, wie Foster Jenkins in den 1940er-Jahren die New Yorker Kunstszene belebt und mit Unterstützung ihres Ehemanns (Hugh Grant) den Traum verfolgt, eine gefeierte Opernsängerin zu werden. Dass ihre Gesangsfähigkeiten dazu bei weitem nicht ausreichen, will ihr aber niemand sagen. Ein Konzert vor Kriegsveteranen in der Carnegie Hall droht deshalb zum Desaster zu werden. Die unterhaltsame Tragikomödie bringt den Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit pointiert auf den Punkt, spiegelt aber auch die Heuchelei einer Gesellschaft, die um ihre Vorteile fürchtet. Meryl Streep fächert in der Hauptrolle die Widersprüche der schillernden Titelfigur ebenso komisch wie vielschichtig auf. – Ab 14.

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