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Preise der deutschen Filmkritik 2019: Die Nominierten

Donnerstag, 23.01.2020

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Wintermärchen ist der Favorit bei der Verleihung der Preise der deutschen Filmkritik, die im Rahmen der „Berlinale“ am 24.2. in Berlin stattfinden wird: Jan Bonnys sich zum Thriller entwickelnde Drama um ein junges Paar, das seinen Frust in Gewaltfantasien kanalisiert und diese schließlich, angetrieben durch einen Dritten, auch umsetzt, wurde sechsmal nominiert, u.a. als bester Spielfilm, fürs beste Drehbuch und die Leistung der beiden Hauptdarsteller. Weitere Filme, die das Auswahlgremium in zahlreichen Kategorien nominierten, sind Mein Ende. Dein Anfang von Mariko Minoguchi – ein furioser Debütfilm –, „Lara“ von Jan-Ole Gerster und Ich war zuhause, aber… von Angela Schanelec. Zu den insgesamt 51 Nominierungen, die sich auf 33 Filme verteilen, gehört u.a. eine für Systemsprenger von Nora Fingscheidt als bester Debütfilm; Jungtalent Helena Zengel konkurriert außerdem in der Darstellerinnen-Kategorie mit „alten Hasen“ wie Barbara Auer („Vakuum) und Corinna Harfouch („Lara“). In der Dokumentarfilm-Kategorie treten u.a. Thomas Heises fesselnde Revision der eigenen Familiengeschichte, Heimat ist ein Raum aus Zeit, und Havelland Fontane, Peter Sallmanns eigensinnig-poetische Erkundungen entlang des Mittellaufs der Havel, zu den Anwärtern für den Preis als bester Film. In der Kinderfilm-Sektion sind u.a. Werke, die Kindheits-Geschichten in deutsche Geschichte einbetten, nominiert: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl und Fritzi - Eine Wendewundergeschichte.

"Als Hitler das rosa Kaninchen stahl"
"Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" (© Warner)

Seinen Ehrenpreis vergibt der Verband der deutschen Filmkritik dieses Jahr an die Filmwissenschaftlerin Gertrud Koch von der Freien Universität Berlin: „Wie sie die politische, philosophische und ästhetische Komplexität des Kinos und verwandter Medien zu analysieren versteht, bietet auch in Zeiten aufgeregter Geschlechterdebatten und veränderter Sehgewohnheiten überraschende und wegweisende Einsichten, die weit über die Grenzen ihrer Fachdisziplin hinausgehen“, heißt es in der Begründung des Verbands.


Alle Nominierungen:

Bester Spielfilm

Frau Stern (Regie: Anatol Schuster)

Ich war zuhause, aber… (Regie: Angela Schanelec)

Lara (Regie: Jan Ole Gerster)

Vakuum (Regie: Christine Repond)

Wintermärchen (Regie: Jan Bonny)

Bestes Spielfilmdebüt

Golden Twenties (Regie: Sophie Kluge)

Liebesfilm (Regie: Robert Bohrer & Emma Rosa Simon)

Mein Ende. Dein Anfang (Regie: Mariko Minoguchi)

Das melancholische Mädchen (Regie: Susanne Heinrich)

Systemsprenger (Regie: Nora Fingscheidt)
"Systemsprenger"
"Systemsprenger" (© EuroVideo)

Beste Darstellerin

Barbara Auer (für „Vakuum“)

Corinna Harfouch (für „Lara“)

Saskia Rosendahl (für „Mein Ende. Dein Anfang“)

Ricarda Seifried (für „Wintermärchen“)

Ahuva Sommerfeld (für „Frau Stern“)

Helena Zengel (für „Systemsprenger“)

Bester Darsteller

Rainer Bock (für „Atlas“ & „Lara“)

Jean-Luc Bubert & Thomas Schubert (für „Wintermärchen“)

Alexander Fehling (für „Das Ende der Wahrheit“)

Leonard Kunz in (für „Mein Ende. Dein Anfang“ & „Das schönste Paar“)

Albrecht Schuch (für „Systemsprenger“)

Bestes Drehbuch

Ich war zuhause, aber… (von Angela Schanelec)

Mein Ende. Dein Anfang (von Mariko Minoguchi)

Das melancholische Mädchen (von Susanne Heinrich)

Weitermachen Sanssouci (von Max Linz)

Wintermärchen (von Jan Bonny & Jan Eichberg)

Beste Bildgestaltung

Frank Griebe (für „Lara“)

Benjamin Loeb (für „Wintermärchen“)

Ivan Markovic (für „Ich war zuhause, aber…“)

"Ich war zuhause, aber"
"Ich war zuhause, aber" (© Piffl)

Beste Musik

Paul Eisenach & Xaver Böhm (für „O Beautiful Night“)

Pia Hoffmann (Musikauswahl zu „Der Goldene Handschuh“)

The Notwist (für „Roads“)

Beste Montage

Andreas Menn (für „Mein Ende. Dein Anfang“)

Angela Schanelec (für „Ich war zuhause, aber…“)

Stefan Stabenow & Christoph Otto (für „Wintermärchen“)

Bester Dokumentarfilm

Barstow, California (Regie: Rainer Komers)

Havelland Fontane (Regie: Bernhard Sallmann)

Heimat ist ein Raum aus Zeit (Regie: Thomas Heise)

Island Of The Hungry Ghosts (Regie: Gabrielle Brady)

Searching Eva (Regie: Pia Hellenthal)

"Searching Eva"
"Searching Eva" (© UCM.ONE)

Bester Kinderfilm

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (Regie: Caroline Link)

Fritzi – eine Wendewundergeschichte (Regie: Ralf Kukula)

Invisible Sue (Regie: Markus Dietrich)

Ostwind – Aris Ankunft (Regie: Theresa von Eltz)

Bester Kurzfilm

Dead Sea Dying (Regie: Katharina Rabel & Rebecca Zehr)

Souvenir (Regie: Miriam Gossing & Lina Sieckmann)

Nacht über Kepler 452b (Regie: Ben Voit)

Bester Experimentalfilm

Ada Kaleh (Regie: Helena Wittmann)

Maman Maman Maman (Regie: Lucia Margarita Bauer)

Ralfs Farben (Regie: Lukas Marxt)

A Return (Regie: James Edmonds)

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