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Kino Kanak (3sat)

Montag, 10.02.2020

14.2., 19.20-20.00, 3sat

Diskussion

Warum hat die deutsche Film- und Fernsehindustrie immer noch keinen akzeptablen Umgang mit Menschen gefunden, die aus einem migranten Umfeld stammen? Die Dokumentation „Kino Kanak. Warum der deutsche Film Migranten braucht“ geht dieser Frage nach. Rollenangebote für migrante Schauspieler bedienen meist Stereotype und Klischees: Kriminelle, Zuhälter, Gangster, Asylbewerber. Warum ist die Filmbranche hier nicht längst schon weiter? Wo liegen die Ursachen für diesen impliziten Rassismus?

Schauspieler und Filmemacher mit Migrationshintergrund können in der deutschen Film- und Fernsehindustrie kaum vorurteilsfrei Fuß fassen. Und das, obwohl die meisten von ihnen in Deutschland aufgewachsen sind und hier leben, teilweise sogar schon in dritter Generation. Viele Rollen spiegeln nicht die gegenwärtige Realität wider. Auch hinter den Kulissen ist Diversität noch längst keine Selbstverständlichkeit.

Die Dokumentation sucht Antworten auf die Frage, warum deutsch-migrantische Darsteller und Macher nicht realistischer abgebildet werden. Schauspieler, Drehbuchautoren und Filmemacher berichten von ihren Erfahrungen in der Filmindustrie und sprechen über mögliche Ursachen. Die Debatten um Diversität haben gerade erst begonnen, und der Weg, komplexe Figuren unabhängig von ihrem biografischen Hintergrund zu besetzen, scheint noch weit.

Doch eine neue Generation steht in den Startlöchern, die tatsächlich ein Umdenken befördern könnte.

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