© Philippe Lioret

Rückkehr in die Bretagne

Samstag, 28.03.2020

Bis 25.4. in der arte-Mediathek

Diskussion

Zwischenmenschliche Beziehungen sind komplex, und gerade die Menschen, die einem besonders nahe sind, kann man besonders tief verletzten. Der französische Filmemacher Philippe Lioret, ein Meister stiller, vielschichtiger Dramen („Welcome“, „All unsere Wünsche“, „Die kanadische Reise“), erzählt in seinem TV-Film von solch einer Beziehung: Ein 23-jähriger Bretone names Colin muss sich einer Schuld stellen, die er fünf Jahre früher auf sich geladen hat, um sich das heißersehnte Literaturstudium in Paris zu ermöglichen. Da Colins Großmutter Manou (Catherine Arditi) ihm mit ihrem beträchtlichen Vermögen nicht finanziell unter die Arme greifen wollte – nicht aus Geiz, sondern schlicht weil sie sich sehnlichst wünschte, der geliebte Enkel möge in ihrer Nähe bleiben – ließ er sich zusammen mit einem Freund zu dem Plan hinreißen, die alte Dame zu bestehlen. Nun gilt es, sich den Folgen der Tat zu stellen, denn die Großmutter hat den Verrat durch Colin nie verwunden und ist daran seelisch und körperlich zerbrochen. Dass sich die ganze Schmerzhaftigkeit der Konfrontation mit dieser Schuld im Film eindrucksvoll vermittelt, ist neben der sensiblen Regie nicht zuletzt dem talentierten jungen Hautdarsteller Anthony Bajon zu verdanken, der 2018 bereits mit einem „Silbernen Bären“ für seine darstellerische Leistung in Cédric Kahns "La Prière" geadelt wurde. – Ab 14.

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