© Arsenal Institut ("The Last Days of the City")

Filmkunst online: Das „arsenal 3“ öffnet seine Pforten

Donnerstag, 26.03.2020

Das Berliner „arsenal – Institut für Film und Videokunst“ macht während der Corona-Krise Schätze aus seinem Verleihprogramm online öffentlich und kostenfrei zugänglich

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Da im Zuge des Kampfs gegen die Corona-Krise sämtliche Kinos derzeit geschlossen sind, ist selbstredend auch der Spielbetrieb im Berliner Kino Arsenal eingestellt, der Spielstätte des „arsenal – Institut für Film und Videokunst – allerdings nur der physische! Wenn auch nicht als sozialer Raum, so präsentiert es seine Filmschätze doch derzeit als virtueller Raum: Schon seit Oktober 2019 gibt es das „arsenal 3“, einen bisher geschlossenen, den „Arsenal“-Mitgliedern vorbehaltenen Streamingbereich; während der Schließzeit der Kinos Arsenal 1 und 2 öffnet das Online-Kino nun seine Pforten für die Öffentlichkeit.


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Zahlreiche FilmemacherInnen, deren Filme im Verleihprogramm des Arsenal sind, haben bereitwillig ihre Werke für die Online-Präsentation zur Verfügung gestellt. Wöchentlich präsentiert das arsenal 3 nun neue Programme aus seinem Repertoire internationaler Filmkunst. In der heute endenden ersten Woche waren das, so die Programmgestalter, „Filme zu leeren Plätzen und Massenansammlungen. Zu Räumen und ihrer Umgebung. Zu Nähe und Distanz. Zum Körper und seiner Formbarkeit“.

Für die am Samstag, 28.3. startende zweite Woche werden Filme in Aussicht gestellt, „die man vielleicht mit David Bowie“ und seinem Song „Space Oddity“ beschreiben könnte: Filme um das Gefühl des Verloren- oder Gefangenseins in Zeit und Raum. Ein Highlight darunter: der ägyptische Film „In the Last Days of the City“ von Tamer El Said, der 2016 im „Forum“ der Berlinale lief und mit dem vom Filmdienst mitverliehenen „Caligari-Preis“ geehrt wurde: Ein autobiografisch inspiriertes Werk über einen jungen Regisseur, der an seinem ersten Film arbeitet, im Jahr 2010 auf der Suche nach einer Wohnung durch die Straßen Kairos streift und die Geschichte seiner Familie rekonstruiert. Und auch „El Mar el Mar“, der „Caligari-Preisträger“ aus dem Jahr 2017 über die Grenzregion zwischen den USA und Mexiko, gehört zum Programm der zweiten Woche.

Besonders sehenswert ist unter den Neustarts auch der deutsche Dokumentarfilm „Revision“ um einen unaufgearbeiteten Mord: Im Sommer 1992 wurden an der deutsch-polnischen Grenze zwei rumänische Staatsbürger erschossen. Die Täter hatten sie angeblich mit Wildschweinen verwechselt. Zwei Jahrzehnte später rollt der Dokumentarfilm mit hoher investigativer Energie den juristisch abgeschlossenen Fall wieder auf.

Die Filme im arsenal 3“ sind kostenfrei zugänglich. Das Arsenal bittet jedoch herzlich um Spenden, um angemessene Lizenzzahlungen für die Filme leisten zu können.

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