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Der Medicus (rbb)

Montag, 11.05.2020

28.5., 20.15-22.40, rbb

Diskussion

Lang hat es gedauert, bis Noah Gordons historischer Roman aus dem Jahr 1986 das Licht der Kinoleinwand erblickte. Der 2012 enstandene Film von Philipp Stölzl punktet nicht nur mit aufwendigen Kulissen, Kostümen und CGI-Technik, die Szenerien, Orten und Kulissen visuell angemessen abbilden; vor allem überzeugt er durch den Umgang mit dem humanistischen Kern des mittelalterlichen Medizin-Epos, den Gordon selbst stets erhalten wissen wollte: Bei allem Aufwand an Schauwerten und Effekten, schillernden Settings und folkloristischen Kostümen bleibt das filmische Epos emotional jederzeit glaubwürdig und stimmig – und damit im guten Sinne sehr unterhaltsam.

Es geht um einen verwaisten jungen Mann namens Rob Cole (Tom Payne), der im elften Jahrhundert mit einem Bader durch England zieht, dann aber die Reise in den Orient wagt, um dort Meisterschüler des Gelehrten Ibn Sina, des größten Arztes seiner Zeit, zu werden und bei ihm Geheimnisse der Medizin zu erlernen, die in der christlichen Welt noch gänzlich unbekannt sind.

Während er zwischen christlicher und einer jüdischen Identität wechselt, die er sich für die Reise als Schutz zugelegt hat, führt er sein Ringen um medizinische Erkenntnis über Grenzen und Tabus hinweg und wird mit den sich radikalisierenden Tendenzen in der islamischen Welt konfrontiert. Dabei bewahrt sich der Film gegenüber seinen „großen“ Themen Politik, Religion und Wissenschaft eine respektable Integrität.- Ab 12.


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