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Meine überirdische Mutter

Montag, 26.09.2022

Fantasy-Komödie um eine überfürsorgliche Mutter - bis 31.12. in der arte-Mediathek

Diskussion

„Kennst du die fünf Phasen der Trauer?“, sorgt sich die Psychotherapeutin Ohiana (Sara Giraudeau) um den 30-jährigen Augenarzt Max (Félix Moati), mit dem sie zusammen in einer Praxis in Paris arbeitet. Denn seitdem Max’ Mutter (Noémie Lvovsky) gestorben ist, scheint sich der Mediziner komplett abzukapseln. Ohiana ist nicht wirklich beruhigt, als ihr Max erklärt, dass es ihm wieder gut gehe, seitdem ihm seine tote Mutter regelmäßig erscheine. Immer dann, wenn er eines ihrer vielen im Gefrierschrank lagernden Gerichten isst, welche die Restaurantbesitzerin zu Lebzeiten für ihn gekocht hat. Denn obwohl Max nicht mehr zu Hause wohnt, hatte er sich immer noch von seiner Mutter versorgen lassen und alles mit ihr geteilt. Deshalb ist Max umso glücklicher, als ihn seine Mutter wieder heimsucht. Das ändert sich erst, als er mit Ohiana eine Affäre beginnt.

„Meine überirdische Mutter“ ist das skurrile Langspielfilmdebüt vom Regisseur Nathanaël Guedj. Die französische Komödie vermischt schrägen Humor mit Emotion und Elementen aus der Psychoanalyse zu einem ungewöhnlichen, sehr erfrischenden Film. Das Klischee der dominanten jüdischen Mutter tritt dabei zugunsten einer differenzierten und vielschichtigen Einlassung auf die Dialektik von Trauer und Verdrängung mit der Zeit in den Hintergrund. – Ab 14.

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