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Gangs of New York (MDR)

Samstag, 05.09.2020

19.9., 0.10-2.40, MDR

Diskussion

„Gangs of New York“ war ein heiß umkämpftes Projekt des Regisseurs Martin Scorsese, der lange um die Finanzierung seiner Vision einer aufwändigen Umsetzung des Romans von Herbert Asbury aus dem Jahr 1928 kämpfen musste; selbst die achtmonatigen Dreharbeiten (in New York und den Cinecittá-Studios bei Rom) waren von widersprüchlichsten Meldungen begleitet; so musste der Starttermin gleich mehrfach verschoben werden. Doch Scorsese setzte seine Vision eines groß angelegten Epos über die blutigen Bandenkriege Mitte des 19. Jahrhunderts in New York durch, weil er darüber beispielhaft von den gewalttätigen Ursprüngen der USA (und vielleicht jeder Zivilisation) erzählen wollte.

Die Handlung kreist um einen jungen irischen Einwanderer (Leonardo di Caprio), der nach einer langen Haftstrafe in den „Five Points“-Distrikt von New York zurückkehrt, um sich an „Bill the Butcher“ (Daniel Day-Lewis) zu rächen, der einst seinen Vater tötet. Dafür muss er aber im engsten Kreis von Billys Gang Aufnahme finden, was umso schwieriger wird, nachdem er die verführerische Everdeane (Cameron Diaz) kennengelernt hat.

Der ausladende, mitunter geradezu opernhafte Film enthält hervorragend inszenierte Sequenzen von archaischer Kraft, verzettelt sich aber auch in Detailverliebtheit und thematischen Wiederholungen. Für die Suche nach den Wurzeln des American Dream in Elend, Korruption und Gewalt gab es am Ende zehn „Oscar“-Nominierungen, aber keine einzige Trophäe. – Ab 16.

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