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Der Hauptmann

Freitag, 13.05.2022

Stilisiertes Drama über eine mörderische Köpenickiade - bis 6.6. in der ZDF-Mediathek

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Im April 1945 schart ein Gefreiter (Max Hubacher) in der Uniform eines Hauptmanns eine Gruppe versprengter Soldaten um sich und verbreitet in der norddeutschen Provinz mit dem Standrecht Angst und Schrecken. In einem Lager werden Strafgefangene willkürlich abgeschlachtet, später zieht die Soldateska marodierend weiter.

Nach historischen Vorkommnissen zeichnet das stark stilisierte und in kontrastreichem Schwarz-weiß gefilmte Drama über den „Henker vom Emsland“ die mysteriöse Selbstermächtigung des Anführers als mörderische Köpenickiade, wobei die Inszenierung von Robert Schwentke die Motivation der Hauptfigur bewusst vage lässt. Mit dieser Leerstelle will der aus der Täterperspektive geschilderte Film eine Brücke in die Gegenwart schlagen, setzt sich dadurch aber tendenziell einer Entschuldung der Figur aus. Eine nihilistisch-absurde Deutung der historisch belegten Ereignisse klingt zwar an, wird zugunsten einer filmischen Meditation über die Wolfsnatur des Menschen aber nicht vertieft. – Sehenswert ab 16.

Der Film ist in der Mediathek zwischen 22 Uhr und 6 Uhr abrufbar.

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