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Binti - Es gibt mich!

Donnerstag, 23.06.2022

Optimistischer Jugendfilm um eine aufgeweckte Video-Bloggerin - bis 8.7. in der KiKA-Mediathek

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Auf den ersten Blick wirkt die zwölfjährige Binti wie ein normales belgisches Mädchen, das wie alle Kinder in ihrem Alter permanent am Handy klebt und sich nichts sehnlicher wünscht, als eine YouTuberin zu werden. Nur, dass sie ihre Videos nicht in ihrem Kinderzimmer, sondern in einem Raum dreht, in dem sie zusammen mit ihrem Vater und anderen Geflüchteten lebt.

Als die Polizei die Unterkunft stürmt, stehen Binti und ihr Vater plötzlich ohne Bleibe da. Zum Glück trifft Binti auf den gleichaltrigen Elias, der ein cooles Kinderzimmer, aber keine Ahnung von Sozialen Medien hat. Binti tut sich mit ihm zusammen und greift ihm bei einer Spendenaktion für den Tierschutz unter die Arme, wofür sie und ihr Vater im Gegenzug einen Schlafplatz erhalten, zumindest für die nächsten Tage.

Trotz des ernsten Themas ist „Binti“ ein überaus lustiger Film, was der quirligen Hauptdarstellerin Bebel Tsihani Baloji zu verdanken ist, aber auch der Art, wie Regisseurin Frederike Migom die Geschichte inszeniert hat. Der flotte Schnitt, spritzige Dialoge und eine Ausstattung, die an Farben und dekorativen Accessoires nicht spart, verleihen dem Film trotz seiner inhaltlichen Ernsthaftigkeit eine unbeschwerte Atmosphäre.

Die Figur des Vaters, eines schweigsamen Mannes, sorgt dafür, dass die Leichtigkeit gebrochen und das Publikum in die bittere Realität der Familie zurückgeworfen wird, in eine Welt, in der man ohne Papiere nicht existiert und eiskalt abgeschoben wird. – Sehenswert ab 10.

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