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Die langen großen Ferien

Mittwoch, 20.05.2020

Eine Animationsserie, die aus Kindersicht und für Kinder über den Zweiten Weltkrieg erzählt - bis 18. Juli in der ZDF Mediathek

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Dass sich Zeichentrick- und Antikriegsfilm nicht ausschließen, haben Animes wie „Die letzten Glühwürmchen“ und „Barfuß durch Hiroshima“ schon in den 1980er-Jahren unter Beweis gestellt. Die zehnteilige Serie „Die langen großen Ferien“ aus dem französischen Animationsstudio „Les Armateurs“ („Ernest und Célestine“, 2012) führt dies nun fort und richtet sich ausdrücklich an ein Kinderpublikum.

Vom Kriegsausbruch im Jahr 1939 bis zur Befreiung Frankreichs nach der Landung der Alliierten 1944 erstreckt sich der Handlungsbogen, in dessen Mittelpunkt die Geschwister Ernest und Colette stehen. Weil die lungenkranke Mutter in die Schweiz reisen muss, um sich dort auszukurieren, und der Vater als Soldat eingezogen wird, ziehen sie im September 1939 zu ihren Großeltern in die Normandie. Während der elfjährige Ernest und seine fünf Jahre jüngere Schwester allmählich Freundschaften mit Kindern aus dem Dorf schließen, erreichen erste Ausläufer des Kriegs das Dorf. Die Lebensmittel werden knapp, deutsche Besatzer beginnen, die Bewohner zu drangsalieren. Zunehmend verschärft sich die Lage.

In der herausragenden Serie werden die Gräuel des Kriegs von Enteignungen und Fliegerangriffen bis zu Verrat und Minenopfern nicht ausgeblendet. Durch Klassenkameraden erfahren die Kinder zudem auf Augenhöhe, wie die Juden verfolgt und ermordet werden – und können nicht verstehen, welches Unrecht da vor sich geht. Gerade weil nicht alles auserzählt wird, regt "Die großen langen Ferien", ansprechend animiert, mit einer Mischung aus Ernst, aber auch Leichtigkeit Kinder zum Nachfragen an. Die ZDf Mediathek unterstützt dies, indem sie neben der Serie auch noch Begleitmaterial für Kinder, Eltern und Lehrer zur Verfügung stellt. - Sehenswert ab 10.

Hier geht es zur Serie in der ZDF Mediathek

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