© Ikki Films (aus "Virus Tropical")

MUBI im Juni 2020

Donnerstag, 28.05.2020

Die Neustarts des Arthouse-Streamingdienstes im Juni

Diskussion

Komödien-Klassiker von den Marx Brothers, Charlie Chaplin und Jacques Tati, spannende Deutschlandpremieren und ein Wiedersehen mit Michel Piccoli. Außerdem neu bei MUBI: Neben dem wechselnden Angebot gibt es nun auch zahlreiche Filme dauerhaft zu sehen.


Seit Mitte Mai bietet der Arthouse-Streamingdienst MUBI seinen Kunden eine tolle Erweiterung seinen Portfolios: Neben dem Monat für Monat wechselnden kuratierten Programm an alten und neuen Filmschätzen aus aller Welt, die dann jeweils für 30 Tage zu sehen sind, hält MUBI nun auch einen „Videothek“ bzw. „Library“ mit Katalogtiteln bereit, die dauerhaft verfügbar sind. Damit haben die Abonnenten nun ganz nach belieben Zugriff auf einen stolzen Fundus an Arthouse- und Independent-Filmen, der Filmklassiker genauso umfasst wie Entdeckungen aus den jüngeren Jahrgängen der internationalen Festivals.

Unter anderem gehören dazu zahlreiche interessante Reihen: Da gibt es „Deutschland auseinandergenommen: Ein Fokus auf Christoph Schlingensief zu entdecken und „Politik und Poesie: Das Kino von Pere Portabella", Filmreihen zu Angela Schanelec, Lav Diaz, Agnès Varda, Krzysztof Zanussi, Jonas Mekas und Jim Jarmusch treffen auf thematische Zusammenstellung wie „Eine Reise zum georgischen Kino“, „Adaptionen“, „Scheinwerfer auf Indien“ und „Filme über Filme“. Ein Katalog, der ständig mit neuen Titeln erweitert werden soll.


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Daneben können sich die MUBI-Nutzer aber freilich weiter monatlich auf die bewährten wechselnden Programme freuen. Im Juni liefert die Auswahl u.a. einiges an filmischer Aufheiterung, die der anhaltenden Corona-Krisenstimmung trotzt: Es laufen diverse Komödien-Klassiker. Zu den Highlights des Programms gehören zwei Werke der Komiker-Truppe „Marx Brothers“: Mit „Animal Crackers“ läuft ab 2. Juni der zweite Film rund um Groucho, Harpo, Chico und Zeppo, in dem die Marx Brothers daran arbeiteten, eine Filmsprache für ihre bühnenerprobten Gags zu finden. Einen Tag später, am 3. Juni, startet dann einer der schönsten Filme der Gruppe, „Die Marx Brothers im Krieg“ (alias „Duck Soup“), in dem sich die Komiker der kongenialen Regie des großen Leo McCarey anvertrauten.

Ende des Monat stehen dann zwei weitere Meister der Komödie auf dem Spielplan: am 26. Juni startet „Playtime“ von Jacques Tati, ein komödiantischer Seitenhieb gegen modernen Beschleunigungswahn und urbane Unmenschlichkeit, und am 28. Juni beginnt der „Goldrausch“ von Charlie Chaplin, in dem es den Tramp mit der Aussicht auf Reichtümer nach Alaska zieht, wo dann aber vor allem mannigfaltige Unbill auf ihn wartet wie Bären, kaum weniger wilde Goldgräber und vor allem nagender Hunger, denen der Tramp aber mit der gewohnten Kreativität begegnet.

Zu den sehenswerten Neustarts bei MUBI zählen außerdem Animationsfilme: Am 15. Juni startet die poetisch-hellsichtige Science-Fiction-Fabel „Fantastic Planet“, ein Klassiker aus den 1970er-Jahren, und am 17. Juni gibt es die Deutschlandpremiere einer ungewöhnlichen Comic-Adaption aus dem Jahr 2017: „Virus Tropical“ von Santiago Caicedo erzählt in rasanten Schwarz-weiß-Bildern vom Leben dreier Schwestern in Ecuador.

"Fantastic Planet" (© Camera Obscura)
"Fantastic Planet" (© Camera Obscura)

Zu den Deutschlandpremieren bei MUBI gehört außerdem das Regiedebüt der griechisch-französischen Schauspielerin Ariane Labed: Der Kurzfilm „Olla“ porträtiert schwarzhumorig eine Osteuropäerin, die sich per Online-Partnervermittlung mit einem Franzosen verbandeln lässt. Außerdem spannend: MUBi stellt das kleine, aber bemerkenswerte Oeuvre des Kaliforniers Shane Carruth vor: zwei Filme, „Primer“ und „Upstream Color“, die in den USA beim Sundance Film Festival Aufsehen erregten. Im Abstand von fast zehn Jahren entstanden – 2004 und 2013 – liefern beide Arbeiten stilistisch wie inhaltlich eigenwillige, ungewöhnliche Science-Fiction-Entwürfe.

Mit dem 1997 entstandenen Musikfilm „Year of the Horse“ setzt MUBI zudem seine im Mai begonnene Reihe zu Ehren der Independent-Ikone Jim Jarmusch fort. Und mit „Das große Fressen“, Marco Ferreris bissiger Satire auf ein dekadentes Bürgertum, lässt sich außerdem ein cineastisches Wiedersehen mit dem jüngst verstorbenen Schauspieler Michel Piccoli zelebrieren.


Hier das komplette Programm von MUBI im Juni 2020:


1. Juni: Olla“ (R: Ariane Labed, 2019)

2. Juni: „Animal Crackers“ (R: Victor Heerman, 1930)

3. Juni: „Die Marx Brothers im Krieg“ (OT: Duck Soup) (R: Leo McCarey, 1933)

4. Juni: „MS Slavic 7“ (R: Sofia Bohdanowicz & Deragh Campbell, 2019)

5. Juni: „Year of the Horse (R: Jim Jarmusch, 1997)

6. Juni: „Das große Fressen“ (R: Marco Ferreri, 1973)

7. Juni: „Picasso“ (R: Henri-Georges Clouzot, 1956)

8. Juni: „Upstream Color“ (R: Shane Carruth, 2013)

"Upstream Color" (© erbp)
"Upstream Color" (© erbp)

9. Juni: „Popeye the Sailor Meets Sindbad the Sailor“ (R: Dave Fleischer, 1936)

10. Juni: „Marketa Lazarová“ (R: František Vláčil, 1967)

11. Juni: „Virus Tropical“ (R: Santiago Caicedo, 2017)

12. Juni: „Zeit der trunkenen Pferde“ (R: Bahman Ghobadi, 2000)

13. Juni: „Nostalgia de la luz“ (R: Patricio Guzmán, 2010)

14. Juni: „Ich, Daniel Blake“ (R: Ken Loach, 2016)

15. Juni: „Fantastic Planet“ (R: René Laloux, 1973)

16. Juni: „Heli“ (R: Amat Escalante, 2013)

17. Juni: „Sicilia!“ (R: Danièle Huillet & Jean-Marie Straub, 1999)

18. Juni: „The Day After I'm Gone“ (R: Nimrod Eldar, 2019)

19. Juni: „Erde“ (R: Alexander Dowschenko, 1930)

20. Juni: „Der Schatz“ (R: Corneliu Porumboiu, 2015)

21. Juni: „Der Fremde am See“ (R: Alain Guiraudie, 2013)

22. Juni: „Lilja 4-Ever“ (R: Lukas Moodysson, 2002)

23. Juni: „The Dead and the Others“ (R: João Salaviza & Renée Nader Messora, 2018)

"The Dead and the Others" (© Karõ Filmes)
"The Dead and the Others" (© Karõ Filmes)

24. Juni: „Der Elefantenmensch“ (R: David Lynch, 1980)

25. Juni: „Naked Lunch“ (R: David Cronenberg, 1991)

26. Juni: „Playtime“ (R: Jacques Tati, 1967)

27. Juni: „Julia und die Geister“ (R: Federico Fellini, 1965)

28. Juni: „Goldrausch“ (R: Charlie Chaplin, 1925)

29. Juni: „Primer“ (R: Shane Carruth, 2004)

30. Juni: „Let It Burn“ (R: Maíra Bühler, 2019)

Neues Kino aus Brasilien: "Let It Burn" (© MUBI)
Neues Kino aus Brasilien: "Let It Burn" (© MUBI)

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