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Die Erdzerstörer

Dienstag, 09.06.2020

Doku über die maßlose Umgestaltung eines begrenzten Planeten - bis 7.8. in der arte Mediathek

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Mit der Erfindung der Dampfmaschine fing es an. Mit revolutionärer Rasanz machten sich die Menschen die Erde untertan. Eine Erfindung jagte die nächste, eine Technologie toppte die andere. Für mehr Komfort. Mehr Konsum. Mehr Wohlstand. Auf einem endlichen Planeten.

Forscher haben erschreckende Zahlen veröffentlicht: Seit Beginn des Industriezeitalters wurden über 1.400 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gepustet. Die biologische Vielfalt ging rapide zurück. Prognosen sprechen von bis zu einer Milliarde Klimaflüchtlingen. Bis zum Jahr 2100 werden auf knapp 40 Prozent der Erdoberfläche Bedingungen herrschen, mit denen bislang kein Organismus konfrontiert wurde. Binnen einer wahnwitzig kurzen Zeit hat die Menschheit eine so immense Kraft entwickelt, dass der Fortbestand des Systems Erde in Frage steht.

In „Die Erdzerstörer“ werfen die Wissenschaftshistoriker Christophe Bonneuil und Jean-Baptiste Fressoz einen erschreckenden Blick auf die letzten 200 Jahre des Industriekapitalismus. Sie erzählen vom Abbau der fossilen Brennstoffe, der Erfindung des Automobils, der Kernkraft und dem Massenkonsum; von Imperialismus, Krieg, dem Wachstum der Städte, industrieller Landwirtschaft und der Globalisierung.

Die Schuld daran trägt nicht die Menschheit an sich; historisch gesehen trifft sie nur eine kleine Minderheit, vorrangig Nordamerikaner und Europäer. Die reichsten 20 Prozent der Erdenbürger sind die schlimmsten CO2-Sünder, und ein Fünftel der Weltbevölkerung pflegt heute jene verschwenderische Lebensweise, die sich ab dem frühen 19. Jahrhundert im gehobenen Bürgertum von Industrieländern und Kolonialmächten entwickelt hat.

Wie lange hält der Globus den Menschen angesichts dessen noch aus? Regisseur Jean-Robert Viallet blickt anhand von Archivaufnahmen aus aller Welt in die Geschichte der letzten beiden Jahrhunderte, von der Kohle-Ära bis in die Zeit von Big Data.

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