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Miniserie: Land im Sturm

Dienstag, 09.06.2020

Großangelegte portugiesische Familiensaga - bis 10.7. in der arte Mediathek

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Tiago Guedes' portugiesische Familiensaga lief 2019 im Wettbewerb von Venedig; arte präsentiert das Epos nun als Dreiteiler. Die Idee zur portugiesisch-französischen Co-Produktion stammt vom Produzenten Paulo Branco. Als Inspiration für das fünf Dekaden umspannende Panorama portugiesischer Geschichte diente ein im Kreis Alcochete gelegenes Gut. „Der Film begleitet die Transformation einer feudalen Welt, durchschreitet die (Nelken-)Revolution und endet im Neoliberalismus. Diese Entwicklung zeigt eine unglaubliche Energie, die sich in den Gefühlen und Enttäuschungen der Familien ausdrückt – mal destruktiv, mal befreiend“, erzählt Autor Rui Cardoso Martins über den Film.

„Land im Sturm“ entwickelt das Historien-Panorama über mehrere Stationen. Im Norden der Halbinsel Setúbal, südlich des Tejo, gehört der Familie Fernandes 1946 eines der größten Landgüter in Portugal; "Land im Sturm" verfolgt das Schicksal des mächtigen Clans von dort aus über die Ära der Salazar-Diktatur hinweg bis in die 1990er. Im Zentrum steht der Familien-Patriarch João, der sein Besitztum während der Diktatur wie eine Insel, eine Art "Staat im Staat" unabhängig vom politischen Druck zu führen versucht, aber immer wieder erfahren muss, dass auch er und sein "Reich" nicht unabhängig von der äußeren Welt existieren. Zugleich sorgt seine autoritäre Art für Verletzungen und Brüche in seiner eigenen Familie, die sich in späteren Jahrzehnten rächen. Mit poetischer Bildsprache und dem im Filmrhythmus aufgehenden Wechsel von Stillstand und Aufbruch entsteht so ein anschauliches Fresko individueller wie staatlicher Geschichte.

Hier geht es zum Film in der arte Mediathek

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