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Jeanne Moreau

Dienstag, 23.06.2020

Bis 20.8. in der arte-Mediathek

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Sie war die Muse der „Nouvelle Vague“. Während der Blütezeit dieses filmgeschichtlichen Aufbruchs drehte die französische Schauspielerin Jeanne Moreau (1928-2017) ab Ende der 1950er-Jahre mit allen wichtigen Regisseuren. Louis Malle, Michelangelo Antonioni, François Truffaut und Jacques Demy, aber auch Orson Welles und Luis Buñuel wussten das raue Timbre ihrer Stimme und ihr unverwechselbares Spiel gewinnbringend einzusetzen.

Schon vor der Frauenbewegung war Moreau eine freie Frau, die sich als Schauspielerin über die gesellschaftlichen Tabus hinwegsetzte und sich auch privat nicht von Konventionen einengen ließ. Für sie gab es keine festen Grenzen zwischen Leben und Bühne; entscheidend für beides waren Begegnungen. Daraus resultierte eine enorme Karriere mit über 100 Film- und 50 Theaterrollen sowie eine Vielzahl unvergesslicher Chansons.

arte erinnert in der Dokumentation „Jeanne Moreau – Die Selbstbestimmte“ an ihre bedeutendsten Figuren: etwa in „Jules und Jim“ (1961), „Die Nacht“ (1961), „Die blonde Sünderin“ (1962) oder „Tagebuch einer Kammerzofe“ (1964). „Ihre Rollen wurden oft mit der Femme Fatale verglichen, gefährlichen, undurchsichtigen Verführerinnen, auf die man sich nur im dunklen Kinosaal einlassen will. Doch lehnte Jeanne Moreau diese Bezeichnung stets ab. Mit einem bestimmten Figurentyp sind ihre Charaktere auch nur schwer vereinbar. Dafür sind sie zu komplex, zu sehr in der Wirklichkeit verankert. Jeanne Moreau war auf der Leinwand selten ein purer Kinotraum. Selbst wenn sie die Männer an der Nase herumführt oder gar ins Verderben zieht, hat das immer auch mit einer einschneidenden Erfahrung, einer Kränkung in der Vergangenheit zu tun.“ (Thomas Klein) - Ab 14.

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