In einer denkwürdigen Szene des Monumentalfilmes behaupten zahllose aufständische Sklaven: „Ich bin Spartakus“, doch in Wahrheit gibt es natürlich nur einen, dem der Ruhm gebührt. Die Rolle des thrakischen Aufständischen, der 74 v. Chr. gegen die unmenschliche Gesellschaft Roms aufbegehrt und deren Legionen fordert, war eine derer, die das Image des Anfang 2020 gestorbenen Darstellers Kirk Douglas am meisten prägten. Douglas zog auch hinter den Kulissen an entscheidenden Fäden, um die Freiheitskämpfer-Saga in seinem Sinne umzusetzen, indem er seinen „Wege zum Ruhm“-Regisseur Stanley Kubrick an Bord holte, nachdem die ursprüngliche Wahl Anthony Mann nach kurzer Zeit das Handtuch geworfen hatte; gemeinsam mit Produzent Edward Lewis entschied Douglas zudem, den Namen des Drehbuchautors Dalton Trumbo trotz dessen Ächtung als angeblicher Kommunist nicht hinter einem Pseudonym zu verbergen.
In seiner Anlage ist „Spartacus“ anderen Hollywood-Historienproduktionen nicht unähnlich: Melodramatische und sentimentale Akzente, komische Intermezzi, freier Umgang mit historischen Fakten auf der einen, bildgewaltige Massenszenen und kämpferische Auseinandersetzungen auf der anderen Seite. Dennoch bewirkte Kubricks Drang zur Perfektion auch bei dieser Auftragsarbeit eindrucksvolle Sequenzen, die „Spartacus“ einen Spitzenplatz in der Geschichte des Monumentalfilms gesichert haben. – Ab 16.