© Skellig Rock/MUBI (aus "Family Romance, LLC")

MUBI im Juli

Freitag, 03.07.2020

Neue Filme des Arthouse-Streamingdiensts

Diskussion

Menschen mieten – klar, dafür ist, wenn es ums Berufsleben geht, der Arbeitsmarkt da; und für die privateren Bedürfnisse gibt es die Prostitution. Aber was, wenn man jemanden braucht für etwas, was von keinem der beiden Märkte abgedeckt wird? Zum Beispiel jemanden, der kurzfristig den Ersatzvater spielt, oder jemanden, der die Schuld für etwas auf sich nimmt, was man selbst verbockt hat? Um solch einen unkonventionellen Personaldienstleister kreist einer neuer Film von Altmeister Werner Herzog, der am 4. Juli beim Arthouse-Streamingdienst MUBI Premiere feiert: Im Zentrum von „Family Romance, LLC“ steht ein Japaner, der sich für alle möglichen ungewöhnlichen Aufgaben verdingt; ein Auftrag, bei dem er für ein Mädchen den Vater spielen soll, weckt in ihm allerdings echte Gefühle und stürzt ihn in einen inneren Konflikt – ein unterhaltsam-kluges Drama über die Ethik der Illusionskünste – auch des Kinos – und die Authentizität von Gefühlen.

Zu den Juli-Neustarts bei MUBI gehört außerdem wieder junges Kino aus Lateinamerika, wie „The Good Girls“ aus Mexiko – ein in den 1980ern angesiedeltes Drama um eine wohlsituierte Dame, deren Familie im Zuge der Wirtschaftskrise 1982 in wirtschaftliche Nöte gerät. Oder „Landless“ aus Brasilien, ein Dokumentarfilm über die besitzlosen brasilianischen Landarbeiter und ihren Alltag zwischen harter Arbeit und aktivistischen Demonstrationen für mehr Rechte.

Außerdem hat MUBI wieder jede Menge Klassiker im Programm des Monats: Ab 11.7. etwa Francis Ford Coppolas Kultfilm „Die Outsider“ aus den 1980ern, Max Ophüls’ Romanze „Zärtliche Feindin“ (1936, ab 3.7.) und passend zur Sommerferien-Zeit einen Klassiker von Komik-Ikone Jacques Tati, „Die Ferien des Monsieur Hulot.

Zudem holt MUBI den bereits für Juni angekündigten, dann kurzfristig geschobenen Start des fulminanten Erstlingswerks des Ausnahme-Regisseurs Shane Carruth nach: „Primer“ ist ab 20.7. zu sehen.


Hier das komplette Programm von MUBI im Juli 2020:

1. Juli: L’auberge espagnole“ (R: Cédric Klapisch, 2002)

2. Juli: „Félicité“ (R: Alain Gomis, 2017)

3. Juli: Zärtliche Feindin (R: Max Ophüls, 1936)

4. Juli: „Family Romance“ (R: Werner Herzog, 2019)

5. Juli: „Indianara“ (R: Aude Chevalier-Beaumel, Marcelo Barbosa, 2019)

6. Juli: „Biutiful (R: Alejandro González Iñárritu, 2010)

7. Juli: „Breakwater“ (Kurzfilm) (R: Cris Lyra, 2019)

8. Juli: „Sicilia!“ (R: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet, 1999)

9. Juli: „Film Title Poem“ (R: Jennifer West, 2016)

10. Juli: „Breaking the Waves“ (R: Lars von Trier, 1996)

11. Juli: „Die Outsider“ (R: Francis Ford Coppola, 1983)

12. Juli: „Was will ich mehr“ (R: Silvio Soldini, 2010)

13. Juli: „Die Sinfonie der Ungewissheit“ (R: Claudia Lehmann, 2018)

14. Juli: „Beziehungsweise New York“ (R: Cédric Klapisch, 2013)

15. Juli: „Villa Empain“ (Kurzfilm) (R: Katharina Kastner, 2019)

16. Juli: „In den Süden“ (R: Laurent Cantet, 2005)

17. Juli: „Those Who Are Fine“ (R: Cyril Schäublin, 2017)

18. Juli: „Passion“ (R: Ingmar Bergman, 1969)

19. Juli: „Swimming Pool“ (R: François Ozon, 2003)

20. Juli: „Primer“ (R: Shane Carruth, 2004)

21. Juli: „Landless“ (R: Camila Freitas, 2019)

22. Juli: „12 Tage“ (R: Raymond Depardon, 2017)

23. Juli: „The Good Girls“ (R: Alejandro Marquez Abella, 2018)

24. Juli: „Teheran Tabu“ (R: Ali Soozandeh, 2017)

25. Juli: „Drei Männer und ein Baby“ (R: Coline Serreau, 1985)

26. Juli: „Hissène Habré – Die Tragödie des Tschad“ (R: Mahamet-Saleh Haroun, 2016)

27. Juli: „And-Ek Ghes…“ (R: Philip Scheffner, Colorado Velcu, 2016)

28. Juli: „Once There Was Brasilia“ (R: Adirley Queirós, 2017)

29. Juli: „Again Once Again“ (R: Romina Paula, 2019)

30. Juli: „Blood in the Mobile“ (R: Frank Piasecki Poulsen, 2010)

31. Juli: „Die Ferien des Monsieur Hulot“ (R: Jacques Tati, 1953)

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