Pingpong

Mittwoch, 15.07.2020

Eindringliche Charakterstudie über einen 16-Jährigen, der unter dem Selbstmord seines Vaters leidet. Bis 24.8. in der ARD-Mediathek

Diskussion

Der 16-jährige Paul (Sebastian Urzendowsky) ist weder wortkarg noch schüchtern. Eher einer, der über die Stränge schlägt, um Grenzen zu testen. Trotzdem verstummt Paul regelmäßig, wenn die Rede auf seinen Vater kommt, der sich das Leben genommen hat. Nun verbringt der Teenager, der unter dem Selbstmord seines Vaters nach wie vor leidet, den Sommer bei seinem Cousin und dessen Eltern – nicht gerade zur Begeisterung von Onkel und Tante, die sich mit dem Neffen schwer tun und fürchten, er könnte einen schlechten Einfluss auf ihren bisher so vorbildlichen Sprössling haben. Pauls Anwesenheit in der Familie wird zum Katalysator für Zerrüttungstendenzen, die die gutbürgerliche Fassade bröckeln lassen.

„Pingpong“, Matthias Luthardts Diplomfilm an der Potsdamer Filmhochschule, lief mit Erfolg 2006 in Cannes und wurde dort mit zwei Nebenpreisen ausgezeichnet. Eine eindringliche, kühl gefilmte Charakterstudie um unterdrückte, kontrollierte und aufbrechende Gefühle und Bedürfnisse rund um eine jugendliche Ich-Suche zwischen dem Streben nach Glück und dem Sich-Einrichten im Unglücklichsein. - Sehenswert ab 16.

Hier geht es zum Film in der ARD-Mediathek

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