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Samurai ohne Schwert

Montag, 03.08.2020

Bis 30.8. in der arte-Mediathek

Diskussion

Zu den Highlights der Japan-Reihe auf arte und in der arte-Mediathek gehört neben dem klassischen Melodram Midareru – Sehnsucht (22.05-23.45) die schräge Komödie „Samurai ohne Schwert“ von Hitoshi Matsumoto. Seine Hauptfigur ist der wohl heruntergekommenste Samurai der Filmgeschichte: Alt, gebeugt und ohne Waffen ist Kanjuro Nomi (Takaaki Nomi) eine wahre Jammergestalt, auf die nur noch der Tod wartet. Als er von den Männern eines Fürsten (Jun Kunimura) ergriffen wird, trifft ihn denn auch das Urteil, dass er rituellen Selbstmord zu begehen habe – doch erhält er eine unerwartete Bewährungschance: Gelingt ihm die vermeintlich unlösbare Aufgabe, den depressiven Sohn des Fürsten zum Lachen zu bringen, wird ihm das Leben geschenkt. Alles andere als eine Komiker-Begabung macht sich Kanjuro dennoch daran, den Auftrag zu erfüllen, doch scheint er weder mit einfachen Tricks noch mit aufwändigen Stunts am Rande der Selbstverletzung bei dem Fürstensohn durchzudringen.

Matsumoto setzt konsequent auf das Motiv der Steigerung, wenn Kanjuros verzweifelte Versuche immer tollkühner und wahnwitziger werden. Dabei verliert der Samurai immer mehr von seiner Würde – seine ihm folgende Tochter Tae (Sea Kumada) würde darum aus Gründen der Ehre auch den Selbstmord des Vaters vorziehen –, wird damit aber auch von einer grotesken Figur zu jemand, an dem sich zunehmend Anteilnahme nehmen lässt. Die Frage nach dem Wesen von Humor und des Lachens zwischen Erniedrigung und heilsamem Effekt treibt den Film dabei an und macht ihn bei aller Absurdität zur warmherzigen Geschichte. – Ab 14.

Hier geht es zum Film in der arte-Mediathek

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