© LUCAS/Ascot Elite (aus „Days of the Bagnold Summer“)

„LUCAS“-Festival auch für zuhause

Freitag, 04.09.2020

Das Kinder- und Jugendfilmfestival „LUCAS“ in Frankfurt am Main und Wiesbaden bietet dieses Jahr auch eine Online-Version mit attraktiven Filmen an.

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Nach der ersten Schockwelle an Filmfestival-Absagen zu Beginn der Corona-Pandemie können Festivals mittlerweile auch wieder in ihrer analogen Form stattfinden, so auch das renommierte Kinder- und Jugendfilmfestival „LUCAS“ in Frankfurt am Main und Wiesbaden vom 24.9. bis 1.10. Da aber auch „LUCAS“ selbstverständlich durch die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln 2020 nur eine eingeschränkte Zuschauerzahl zulassen kann, hat das Festival sich dem bereits bestehenden Trend angeschlossen und bietet dieses Jahr auch eine Online-Ausgabe an. Für interessierte Zuschauer und Zuschauergruppen, die nicht im Rhein-Main-Gebiet wohnen oder keinen Platz mehr in den analogen Vorstellungen gefunden haben, stehen insgesamt 40 kurze und lange Filme sowie die sechs buchbaren Kurzfilmprogramme als Video-on-Demand bereit.

Unter den Filmen, die von Einzelpersonen oder Familien ab dem 17. September einzeln zum Preis von je 4 Euro über die Festivalwebsite gebucht werden und in der Festivalwoche zu einem beliebigen Zeitpunkt angeschaut werden können, befinden sich mehrere Highlights aus der aktuellen internationalen Kinder- und Jugendfilmproduktion. So ist aus dem 16+-Wettbewerb der kanadische Spielfilm „Antigone“ von Sophie Deraspe zu sehen, eine Modernisierung des klassischen Tragödienstoffs über eine Schülerin zwischen Gewissen und Justizsystem, die dieses Jahr bei den Kanadischen Filmpreisen fünffach ausgezeichnet wurde. Bereits auf anderen Festivals gefeiert wurde auch der brasilianisch-amerikanische Film „Ecstasy“ von Moara Passoni, eine essayistische Beschäftigung mit dem Problem der Essstörungen.

Auch schon (aber nicht nur) für jüngere Zuschauer geeignet ist etwa Stefano Cipanis „Mio fratello rincorre i dinosauri“ („Mein Bruder jagt Dinosaurier“), den mehrere Tausend Jugendliche bereits zum „Besten europäischen Film für junges Publikum 2020“ wählten: Die Herausforderung, wie er sich an einer neuen Schule als „cooler“ Typ beweisen kann, stellt einen Jungen in dem Film vor die Frage, wie er fortan mit seinem Bruder umgehen soll, der das „Down-Syndrom“ hat. Weitere spannende Coming-of-Age-Stoffe bieten etwa der britische Film „Days of the Bagnold Summer“ und das deutsch-österreichische Jugenddrama „Madison“ von Kim Strobl, das eine Lanze gegen sportlichen Leistungsdruck bricht. Unter den Animationsbeiträgen der Online-Ausgabe von „LUCAS“ sticht der rumänisch-französisch-belgische Film „L’Extraordinaire Voyage de Marona“ (Maronas fantastische Reise) von Anca Damian hervor, der mit der bekannten frankobelgischen Animationssorgfalt von einer alten Hündin erzählt, die ihre diversen Besitzer Revue passieren lässt.

Weitere Infos: lucas-filmfestival.de

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