© Sky (aus "I May Destroy You")

Serienhighlights im Oktober 2020

Montag, 28.09.2020

Serientipps für den Monat Oktober quer durch alle Streamingdienste

Diskussion

Halloween lässt grüßen: Neues von „Walking Dead“, „Spuk in Bly Manor“ auf Netflix plus deutscher Haunted-House-Grusel auf Sky. Außerdem: Weitere Staffeln von „Mandalorian“ und „Babylon Berlin“. Eine Auswahl von Serienhighlights quer durch alle Streaminganbieter.


Die Corona-Pandemie hat nicht nur dafür gesorgt, dass Kinostarts verschoben wurden, sondern auch Serienfans mussten sich in Geduld zu üben. Die Produktion vielerwarteter neuer Stoffe, etwa Amazons Tolkien-Projekt oder die geplanten Disney+-Serien um populäre „Avengers“-Charaktere wie „Falcon & Winter Soldier“ und „WandaVision“, wurden vorerst auf Eis gelegt; und bei zahlreichen schon laufenden Serien wurden die Dreharbeiten unterbrochen, weshalb der Nachschub an neuen Staffeln ins Stocken geriet.

Besonders hart traf das den Zombie-Dauerbrenner „The Walking Dead“, der mitten in Staffel 10 auf einem Cliffhanger sitzengelassen wurde: Die Protagonisten harrten in einem Gebäudekomplex der anrückenden Feinde und der von diesen herbeigelockten Zombie-Horden. Am 5. Oktober hat das Warten nun ein Ende! Die fehlenden sechs Folgen der zehnten Staffel gehen auf Sendung – in Deutschland unter anderem via Sky und MagentaTV.


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Wer nun denkt, dass die armen Untoten damit endlich ihre ewige Ruhe finden, täuscht sich indessen. Ungefähr zeitgleich zu den letzten Folgen von Staffel 10 von „The Walking Dead“ startet bei Amazon Prime „The Walking Dead: World Beyond“ (ab 2.10.), der nach „Fear the Walking Dead“ zweiten Spin-off-Serie der Reihe, in der es um die junge Generation gehen soll, die eine Welt vor der Zombie-Apokalypse nicht mehr kennengelernt hat. Außerdem hat AMC bekannt gegeben, dass es ein weiteres Spin-off um zwei der dienstältesten und beliebtesten Figuren der Originalserie geben soll, Daryl (Norman Reedus) und Carol (Melissa McBride).


Es wird gruselig: „Hausen“ & „Spuk in Bly Manor“

Neben „The Walking Dead“ sind es passend zu den kürzer werdenden Tagen und dem herannahenden Halloween-Fest auch sonst vor allem düster-gruselige Stoffe, mit denen die Streamingdienste im Oktober aufwarten. Unter anderem gehört ein deutsches Serienprojekt von Thomas Stuber dazu. Für Sky inszenierte er mit der Serie „Hausen“ (ab 29.10.) einen waschechten „Haunted House“-Stoff, angesiedelt in der Tristesse eines Plattenbaus. Ein Teenager (Tristan Göbel) zieht nach dem Tod seiner Mutter zusammen mit seinem Vater (Charly Hübner) in eine Wohnung in dem Block und merkt, dass in dem maroden Bau Teuflisches vor sich geht. Eine unheimliche Präsenz hat sich dort eingenistet und zerstört nach und nach die Seelen der unglücklichen Bewohner.

Unheimliches im Plattenbau: "Hausen" von Thomas Stuber (® Sky/Lago Film/Reiner Bajo)
Unheimliches im Plattenbau: "Hausen" von Thomas Stuber (© Sky/Lago Film/Reiner Bajo)

Ebenfalls zum Geisterhaus-Genre gehört ein Serienneustart bei Netflix: „Spuk in Bly Manor“ (ab 9.10.) weitet, ohne inhaltlich direkt daran anzuschließen, die Horrorserie „Spuk in Hill House“ zur Anthologie. Dabei nimmt sich Showrunner Mike Flanagan einen Klassiker der Schauerliteratur als Vorlage: Während „Spuk in Hill House“ den gleichnamigen Roman von Shirley Jackson aufgriff, widmet sich Staffel 2 der Novelle „Die Drehung der Schraube“ (1898) von Henry James. Eine junge Frau kommt als Erzieherin auf ein herrschaftliches Anwesen und soll dort einen Jungen und ein Mädchen betreuen. Doch in den alten Mauern geht es nicht mit rechten Dingen zu – oder ist es der Verstand der Gouvernante, der ihr einen Streich spielt? Der Stoff wurde schon x-mal verfilmt, zuletzt in „Die Besessenen“. Bleibt zu hoffen, dass sich Flanagan eine interessantere Interpretation des literarischen Meilensteins ausgedacht hat.

Wenn man einen Stoff neu verfilmt, sollte man dem Original zumindest neue Facetten abgewinnen! Letzteres kann man für die neue Serie „Utopia“ nur hoffen, die sich an die gleichnamige britische Serie aus dem Jahr 2013/2014 anlehnt – das Original war so stimmig, dass man beim Gedanken an ein US-Remake eher zusammenzuckt. Der Paranoia-Stoff um eine Gruppe von Leuten, die auf der Spur einer fiktiven Graphic Novel und derer mysteriösen Autorin in ein Verschwörungsszenario hineingeraten, war elektrisierendes, stilistisch glänzendes Binge-Watching-Material.

Hoffnungsvoll stimmt einen an der US-Neuverfilmung indes der Name der verantwortlichen Autorin: Gillian Flynn hat Romanvorlagen und Drehbücher für die Filme „Gone Girl“ und „Widows“ sowie für die exzellente Serie „Sharp Objects“ geliefert; ihr ist zuzutrauen, eine eigenständige Perspektive für „Utopia“ zu entwickeln.


Der „Mandalorian“ in neuen Abenteuern

Eine spannende Stimme steckt auch hinter der BBC/HBO-Serie „I May Destroy You“, die ab 19.10. via Sky und anderen Streamingplattformen zu sehen ist. Showrunner ist die Britin Michaela Coel, eine Künstlerin mit familiären Wurzeln in Ghana, die zudem die Hauptrolle verkörpert. Coel reüssierte zunächst am Theater, später auch in einer Fernsehserie als Autorin und Performerin mit einem autobiografischen Stoff, in dem sie ihre zeitweilige Hinwendung zur christlichen Pfingstbewegung reflektierte. Auch ihrem neuen Serienprojekt „I May Destroy You“ liegt eine autobiografische Erfahrung zugrunde: Coel war in den 2010er-Jahren Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden. Dies verarbeitet sie nun in der Serie in fiktionalisierter Form.

Autobiografisch grundiert: "I May Destroy You" mit Michaela Coel (® Sky)
Autobiografisch grundiert: "I May Destroy You" mit Michaela Coel (© Sky)

In dem Kontext könnte auch die Netflix-Serie „Grand Army“ spannend werden, hinter der die New Yorker Theaterkünstlerin Katie Cappiello steckt. Cappiello wurde mit dem Bühnenstuck „Slut“ bekannt, in dem es um den sexuellen Übergriff auf eine Schülerin ging; dieses greift sie nun im Rahmen einer High-School-Serie auf und erweitert das Themenspektrum auf mehrere andere Problemfelder.

Disney+ wiederum kann zwar noch nicht mit „Avengers“-Serien aufwarten, hat im Oktober aber immerhin eine zweite Staffel seines Prestige-Projekts „The Mandalorian“ in petto. Nachdem das Finale von Staffel 1 bereits die Hintergründe der Titelfigur beleuchtete, ist nun damit zu rechnen, dass in der Fortsetzung mehr Licht auf die Herkunft seines kleinen Schützlings, des niedlichen, aber dank der „Macht“ nicht zu unterschätzenden Mini-Yodas geworfen wird.


Brexit-Dystopie & „Babylon Berlin“

Aber auch ohne Streaming-Abo kann man sich im Oktober auf schöne Serien-Neustarts freuen. So veröffentlicht StudioCanal am 8. Oktober als DVD- und BD-Box sowie als VoD mit „Years & Years“ ein Serienprojekt des britischen Showrunners Russell T. Davies. In „Years & Years“ rechnet er in überspitzter Form mit der Brexit-Realität seines Landes ab und verfolgt das Leben einer bunt gemischten Großfamilie aus Manchester, wo in einer nahen Zukunft durch das Erstarken populistisch-nationalchauvinistischer Kräfte (biestig verkörpert von Emma Thompson als Politikerin) instabile Verhältnisse herrschen.

Die Folgen des Brexit: "Years & Years" (® StudioCanal)
Die Folgen des Brexit: "Years & Years" (© StudioCanal)

Um historisch instabile politische Verhältnisse geht es auch in Staffel 3 von „Babylon Berlin, die ab 9. Oktober in der ARD-Mediathek und ab 11. Oktober dann auch im Fernsehprogramm von Das Erste zu sehen ist. Die Krimiserie nach den Romanen von Volker Kutscher ist inzwischen im Jahr 1929 angekommen; die Erzählfäden der ersten beiden Staffeln werden fortgeführt und kreisen zudem um eine rätselhafte Mordserie im Filmmilieu, am Rande der Dreharbeiten für eine musikalische Revue. Dabei geht es nicht nur äußerst spannend zu, sondern gewährt nebenbei auch verführerische Einblicke in Produktionsweise und Ausstattung bei der „Universal Film AG“ – für Cineasten ein großer Spaß.


Eine Auswahl der wichtigsten Serien im Oktober 2020


Ab 5. Oktober 2020

The Walking Dead: World Beyond (Amazon)


Ab 9. Oktober

Spuk in Bly Manor (Netflix)

Babylon Berlin – Staffel 3 (zunächst drei Folgen; ab 11.10. dann komplett) ARD-Mediathek

Ab 9./11.10 in der ARD-Mediathek: "Babylon Berlin - Staffel 3" (® Sky/Das Erste)
Ab 9./11.10 in der ARD-Mediathek: "Babylon Berlin - Staffel 3" (© Sky/Das Erste)

Ab 15. Oktober

Social Distance (Netflix)


Ab 16. Oktober

Grand Army (Netflix)


Ab 19. Oktober

I May Destroy You (Sky)


Ab 22. Oktober

Die Einkreisung: Engel der Finsternis– Staffel 2 (Netflix)


Ab 23. Oktober

Barbaren (Netflix)


Ab 29. Oktober

Hausen (Sky)


Ab 30. Oktober

Utopia (Amazon)

The Mandalorian – Staffel 2 (Disney+)




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