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Exit

Donnerstag, 15.10.2020

Science-Fiction-Thriller in kühlen Bildern um eine durchdigitalisierte Welt - bis 28.1.2021 in der ARD Mediathek

Diskussion

Ein Video-Gespräch mit der vor einigen Jahren verstorbenen Mutter führen, als wäre man nur räumlich voneinander entfernt, das ist im Jahr 2047 möglich. Der Ingenieur Linus (Friedrich Mücke) und seine drei Mitstreiter haben ein Verfahren entwickelt, mit dem Tote als digitalisierte Erinnerung weiterleben können und der Schmerz des Verlustes gebannt werden kann. Auch die lukrative Nutzung und Weiterverbreitung ihrer Erfindung steht an, da sich der Hologram-Unternehmer Linden Li (David K.S. Tse) dafür interessiert. Dessen dubiose Geschäftspraktiken bringen Teammitglied Luca (Laura de Boer) allerdings dazu, ihre Unterschrift zu verweigern, und auch ihr Exfreund Linus zögert – ihre beiden Kumpane dagegen wollen den lukrativen Deal unbedingt durchziehen.

Als Luca erst verschwindet und dann ihre Meinung scheinbar ändert, beginnt auch Linus die Umstände des Geschäfts, das Verhalten seiner Freunde und auch seine eigene Wahrnehmung mehr und mehr zu hinterfragen.

Steht der Mittwochstermin im Ersten an sich für zwar anspruchsvolle, inhaltlich und formal aber eher konventionelle Fernsehfilme, sticht „Exit“ aus dieser Masse klar heraus. Sebastian Marka entwickelt seinen Science-Fiction-Thriller in kühlen Bildern und mit dezenten Effekten, in dem die Zweifel an der filmischen Wirklichkeit beständig zunehmen. Ästhetisch und dramaturgisch bestechend, warnt er zudem eindrücklich vor den inhumanen Aspekten eines schrankenlosen technischen Fortschrittsdenkens. – Sehenswert ab 16.

Hier geht es zum Film in der ARD Mediathek

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