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Europäische Filmpreise 2020 – Die Nominierungen

Dienstag, 10.11.2020

Für die Europäischen Filmpreise 2020, die vom 8. bis zum 12. Dezember in einer virtuellen Event-Reihe vergeben werden, sind jetzt Filme und Filmschaffende als Kandidaten nominiert

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Für die Europäischen Filmpreise, die im Corona-Jahr 2020 nicht in einer glänzenden Gala, sondern vom 8. bis zum 12. Dezember in einer virtuellen Event-Reihe vergeben werden, sind jetzt die Filme und Filmschaffenden nominiert. Zu den Favoriten zählen unter anderem „Druk“ von Thomas Vinterberg und „Corpus Christi“ von Jan Komasa. Aber auch „Undine“ von Christian Petzold und „Berlin Alexanderplatz“ von Burhan Qurbani sind in der Kategorie „Bester Film“ nominiert.


Europa feiert sein Kino auch 2020 mit der Verleihung der „European Film Awards“. Aber es wird eine andere Feier werden als in all den Jahren davor, weil im Corona-Jahr 2020 nichts normal ist, erst recht nicht für die Kinobranche, die derzeit in vielen Ländern unter neuerlichen Lockdowns leidet.

Wie so viele andere Großveranstaltungen weicht auch die 33. Verleihung der Europäischen Filmpreise ins Internet aus: Statt einer Gala soll es eine Reihe von virtuellen Events geben, die unter dem Titel „EFAs at Eight“ Nominierte und Gewinner der diesjährigen Trophäen hochleben lassen; Auftakt dazu ist am 8. Dezember um 20.00 Uhr; die Verleihungen werden auf der Website der Akademie gestreamt.

Welche Filme und FilmemacherInnen dafür in den Kategorien „Bester Film“, „Bester Dokumentarfilm“, „Bester Kurzfilm“ sowie für Regie, Schauspiel und Drehbuch in Frage kommen, hat die Europäische Filmakademie per Livestream aus Sevilla mit der Verkündung der Nominierungen jetzt bekannt. Es ist ein Jahrgang, der ganz im Schatten der Pandemie steht. Weil den Filmen 2020 nur eingeschränkt auf Festivals der rote Teppich ausgerollt werden konnte und Kinoauswertungen durch Lockdowns, verschobene Starts und beschränkte Zuschauerzahlen massiv beeinträchtigt waren, haben viele Produktionen bisher weniger Aufmerksamkeit als in Jahren davor erfahren.


Deutsche Produktionen konkurrieren um den Preis als bester Film

Mit dabei: Der deutsche Regisseur Burhan Qurbani und seine Neuverfilmung des Alfred-Döblin-Klassikers „Berlin, Alexanderplatz“, die auch bei den Deutschen Filmpreisen schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Der Film konkurriert nicht nur um den Preis fürs beste Drehbuch, sondern auch in der „Königskategorie“ als bester europäischer Film des Jahres 2020. Dorthin hat es auch noch ein anderer deutscher Film geschafft: Christian Petzolds „Undine“, der schwerelos zwischen Berliner Realität, Liebesdrama und Sagenstoff schwebt.

Die Konkurrenz um den besten Film ist allerdings stark. Zu den Anwärtern auf die Auszeichnung gehört auch das polnische Drama „Corpus Christi“ (das auch in vielen anderen Kategorien nominiert wurde) um einen jungen Hochstapler, der sich als katholischer Priester ausgibt und dabei unerwartet sein Talent als wahrer Seelenhirt unter Beweis stellt. Das Drama brachte auch seinem Regisseur Jan Komasa eine Nominierung ein, wobei er unter anderem gegen Arthouse-Größen wie seine Landsfrau Agnieszka Holland, den Franzosen François Ozon sowie den Dänen Thomas Vinterberg antreten muss. Vinterbergs bitteres Alkohol-Drama „Druk“ („Der Rausch“) zählt mit bislang vier Nominierungen neben „Corpus Christi“ zu den Favoriten um die Europäischen Filmpreise 2020.

Auch der Hauptdarsteller in „Druk“, Mads Mikkelsen, ist als „Bester Darsteller“ nominiert, wobei er sich gegen einen echten Hollywood-Star behaupten muss. Denn neben ihm und europäischen Stars wie Elio Germano und Luca Marinelli konkurriert auch Viggo Mortensen mit seinem Part in „Falling“ um die Auszeichnung; Mortensen hat die britisch-dänische Co-Produktion überdies auch inszeniert.


Paula Beer & Nina Hoss

Unter den Anwärterinnen auf den Darstellerinnen-Preis sind ebenfalls zwei deutsche Schauspielerinnen: Paula Beer hat mit „Undine“ und Nina Hoss mit ihrem Part in „Schwesterlein“ Aussicht auf einen europäischen Filmpreis.

Schön wäre es, wenn die Verleihungen der Europäischen Filmpreise den nominierten Werken auch beim deutschen Publikum zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen könnten – und dass parallel zu den „European Film Awards“ auch die Kinos endlich wieder öffnen, damit die avisierten Kinostarts der Filme wie der von „Falling“ (am 3.12) oder „Druk“ (als „Der Rausch“ am 28.1.) tatsächlich auch stattfinden.

Bis dahin können sich Zuschauer zumindest an einem der Kandidaten aus der Kategorie Animationsfilm schadlos halten. Denn hier findet sich auch der Weihnachtsfilm „Klaus“ von Sergio Pablos, der bei Netflix verfügbar ist. An den Filmen aus dem Portfolio des Streamingdienstes führt, wie bei den „Oscars“, auch bei den Europäischen Filmpreisen wohl kein Weg mehr vorbei.

Sämtliche Nominierungen für die Europäischen Filmpreise 2020 finden sich auf der Website der Filmakademie.

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