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Gott

Donnerstag, 12.11.2020

(Gerichts-)Drama über Pro und Contra von Sterbehilfe - bis 23.12. in der ARD Mediathek

Diskussion

Das Thema Sterbehilfe beschäftigt nicht nur die Gerichte, sondern seit Jahren auch das Medium Film; internationale Arthouse-Erfolge wie „Das Meer in mir“, „Million Dollar Baby“ oder Michael Hanekes „Liebe“ und „Happy End“ haben ein breites Publikum mit den ethischen Fragestellungen der Sterbehilfe konfrontiert. Der Fernsehfilm von Lars Kraume, die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks und Buchs von Ferdinand von Schirach, behandelt den Stoff nun nicht als emotionales Drama, sondern (wie schon in „Terror – Ihr Urteil“) als thesenhafte Verhandlung: In der Sitzung eines fiktiven Ethikrats wird über den Fall eines gesunden alten Mannes (Matthias Habich) verhandelt, der sich einen ärztlich assistierten Suizid wünscht. Rechtliche, medizinische und theologische Sachverständige versuchen dabei, den Ethikrat von ihren Haltungen zu überzeugen.

Die Entscheidung gibt der Film wie das zugrundeliegende Theaterstück aber per Telefon- und Onlone-Abstimmung ans Publikum weiter. Ausgangspunkt des Projekts ist die Aufhebung des Verbots der „geschäftsmäßigen“ Sterbehilfe durch das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020. Die verantwortliche Redakteurin Christine Strobel zu dem Projekt: Mit der direkten Einbindung der Zuschauer*innen wollen wir zum einen eine innovative Diskussionsform im Fernsehen bieten. Zum anderen geht es uns um eine der wichtigsten Fragen des menschlichen Lebens: Wie selbstbestimmt ist unser Sterben? Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Februar dieses Jahres, das den assistierten Suizid nicht mehr unter Strafe stellt, scheint die rechtliche Sachlage klar. Aber sobald man beginnt, sich mit den verschiedenen im Film vorgetragenen Positionen zu beschäftigen, setzt bei jedem – so bin ich mir sicher – ein intensives Hin- und Hergerissensein ein.“

Hier geht es zum Film in der ARD Mediathek


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